Inventurdifferenzen bekämpfen – Sicherheitskraft Handel

 

Auf dem EHI Inventur- und Sicherheitskongress 2018 gab die EHI Retail Institute GmbH gestern die aktuellen Zahlen der Inventurdifferenzen des Deutschen Handels bekannt. 2017 ist demnach ein Schaden in Höhe von 4,1 Milliarden Euro entstand. Der BDSW unterstützt gemeinsam mit der EHI Retail Institute GmbH die Qualifizierung der Sicherheitskräfte durch einen Lehrgang „Sicherheitskraft Handel“ der Deutsche Sicherheitsakademie GmbH (DSA). Diese Prüfung entstand auf Anregung des Handels mit der Absicht speziell qualifizierte Mitarbeiter mittel- bis langfristig bei der Tätigkeit als Einzelhandelsdetektiv/Shopguard einzusetzen.

„Eine zusätzliche Qualifizierung der Sicherheitsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter, die in den Geschäften tätig sind, ist dringend erforderlich“, so Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des BDSW. „Mit den Inhalten, die zur Sachkundeprüfung notwendig sind, sind zwar die Grundzüge dessen abgedeckt, was im Arbeitsalltag auf Sicherheitsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter zukommt, allerdings kann die gesetzlich vorgeschriebene Sachkundeprüfung den speziellen Anforderungen einzelner Tätigkeiten ob der Vielfalt der Branche nicht gerecht werden“.

Die Qualifizierung zur Sicherheitskraft Handel (DSA) gliedert sich in zwei Module. Das Modul 1 kann durch 10 E-Learning-Kapitel absolviert werden. Hier werden u. a. handelsspezifische Kenntnisse, die Anwendung von Rechtsvorschriften auf Sicherheitsdienstleistungen im Handel und spezielle Deliktgruppen behandelt. In einem zweiten Präsenz-Modul werden die erlernten Kenntnisse im Rahmen von Praxis-Beispielen sowie Rollenspielen vertieft und die Zertifikatsprüfung abgelegt.

Informationen zur Sicherheitskraft Handel (DSA) finden Sie unter www.sicherheitskrafthandel.de

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Sicherheitswirtschaft für Sicherheitsgesetz

Gemeinsame Pressekonferenz des BDSW und der VhU

 Am 17. Mai 2018 fand im Wiesbadener Kurhaus, im Anschluss an die 51. Jahresmitgliederversammlung des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft BDSW, eine gemeinsame Pressekonferenz des BDSW und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände VhU statt. BDSW Präsident Gregor Lehnert, BDA Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter und VhU Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert standen der Fachpresse Rede und Antwort. GIT SICHERHEIT war für seine Leser vor Ort.

Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok begrüßte die Teilnehmer, stellte das Podium vor und gab das Wort zunächst an Gregor Lehnert. Im Fokus stand das Verbandsziel, die Sicherheitsstandards zu erhöhen und die Neuordnung der Regelungen für das private Sicherheitsgewerbe in einem eigenständigen Gesetz zu fassen. Dies scheint mit der neuen Bundesregierung Wirklichkeit zu werden und ist für die ständig wachsende Branche.

Gregor Lehnert erklärte: „Der BDSW begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, das Sicherheitsgewerbe in einem eigenen Gesetz neu zu regeln.“ Die Sicherheitsbranche sei eine der wenigen Branchen, die mehr staatliche Regulierung fordert. „Das ist außergewöhnlich, aber notwendig, um die Qualität der Branche zu verbessern“, so Lehnert. „Wir brauchen vor allem deutlich höhere Hürden für den Gewerbezugang. Aber auch für die Qualifizierung der Beschäftigten bedarf es in bestimmten Aufgabengebieten – z. B. Schutz von Flüchtlingsunterkünften oder im Öffentlichen Personenverkehr – staatliche Vorgaben, die für alle gelten“, so Lehnert. Langfristig sei ein Wechsel der Zuständigkeit vom Wirtschaft- ins Innenministerium zielführend.

Mit den rund 260.000 Beschäftigten in der Branche stelle diese nicht nur fast so viel Personal wie die Polizei, sie leiste auch einen wichtigen Beitrag für die Gefahrenabwehr in Deutschland. „Die derzeitigen Regeln, denen die Branche unterliegt, entsprechen dieser Bedeutung aber schon lange nicht mehr“, so Lehnert.

Steffen Kampeter fügte aus Sicht der BDA hinzu, dass dabei wichtig sei, dass der Staat nicht mehr Regulierungen schaffe und stärker in die Tarifautonomie eingreife.

  Foto BDSW

Dirk Pollert sagte:„ Sicherheit ist ein absolutes A-Thema. Das Land Hessen ist aufgrund seiner besonderen Wirtschaftsstruktur in weit stärkerem Maß als andere Bundesländer auf eine funktionierenden Sicherheitsarchitektur und -Prozesse angewiesen. Sowohl Deutschlands großer Weltflughafen Frankfurt als auch der zentrale Finanzplatz Deutschlands sind herausragende Konzentrationspunkte von Sicherheitsleistungen in Deutschland. Deshalb ist Hessen auch das einzige Bundesland, in dem es mit 28.000 mehr private Sicherheitskräfte als Landespolizisten – derzeit 18.000- gibt.“

Den anwesenden Journalisten, die sich nicht vorwiegend mit Sicherheitsthemen befassen, erklärten Gregor Lehnert und Dr. Harald Olschok die derzeitige Situation auf dem Sicherheitsmarkt. Die Sicherheitsstandards sollten erhöht werden, dazu reicht das Gewerberecht bei weitem nicht (mehr) aus. Außerdem fehlt es an qualifizierten Mitarbeitern.

„Mit ihren hochspezialisierten Dienstleistungen und -produkten ist die private Sicherheitswirtschaft bei all diesen Herausforderungen ein unverzichtbarer Problemlöser, Partner und Teil der hessischen Wirtschaft. Dabei hat sie sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Allrounder mit maßgeschneiderten Sicherheitslösungen entwickelt. Sie ist aber auch ein selbst ein wichtiger Wirtschaftszweig. In der Landesgruppe Hessen des Bundesverbands der deutschen Sicherheitswirtswirtschaft sind 90 von 356 Unternehmen mit einem Umsatz von insgesamt ca. 600 Mio. Euro organisiert. Deshalb unterstützt die VhU den BDSW und die in ihm organisierten Unternehmen bei ihrer Initiative, Qualität und Leistungsspektrum der privaten Sicherheitsdienstleistung ständig und nachhaltig zu verbessern“, so Pollert.

Es herrschte abschließend Einmütigkeit darüber, dass die Sicherheitswirtschaft das geplante Sicherheitsgesetz für nötig und wichtig erachtet und die Vergabepraxis nach dem „günstigsten Angebot“ schädlich ist für Kunden und Image der Branche.

50 Jahre Geldausgabeautomat in Deutschland

Seit dem 27. Juni 1968 kann man in Deutschland Bargeld am Automaten beziehen. Vor 50 Jahren wurde in der Kreissparkasse Tübingen der erste von bundesweit mittlerweile 60.000 Geldausgabeautomaten aufgestellt. „Die 11.000 Beschäftigten der Geld- und Wertdienstleister tragen entscheidend dazu bei, dass die Kunden der Kreditinstitute nicht vor leeren Automaten stehen und sich Tag und Nacht mit Bargeld versorgen können“, so Michael Mewes, Vorsitzender der BDGW. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BDGW Mitgliedsunternehmen transportieren, in 2.500 Spezialfahrzeugen, an sechs Tagen in der Woche, rund 3 Mrd. Euro und bearbeiten diese anschließend in den firmeneigenen Cash-Centern.

Durch diese Leistung ist Bargeld für den Konsumenten leicht und fast überall verfügbar. „Neben den Geldausgabeautomaten kümmern wir uns zum Beispiel auch darum, dass die Tageseinnahmen des Handels sicher und professionell bearbeitet werden“, so Mewes. Denn auch für den Handel sei das Bargeld immer noch das kostengünstigste Zahlungsmittel. Auch wenn die Bedeutung von Bargeld als Zahlungsmittel langsam abnimmt, ist es heute in Deutschland weiterhin das mit Abstand wichtigste Zahlungsmittel. Dazu tragen die Wertdienstleister entscheidend bei, so Mewes abschließend.

Überfälle auf Geldtransporter scheitern fast immer

5 von 6 Überfällen auf Geldtransporter (Spezialgeldtransportfahrzeuge) bleiben im Versuchsstadium stecken. Dies weist die gestern von Bundesinnenminister Seehofer vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017 aus. „Die Zahl der Überfälle ist zwar leider wieder leicht gestiegen, aber erfreulicherweise scheiterten diese fast alle“, so Micheal Mewes, Vorsitzender der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste.

Gemeinsam mit den Sicherheitsbeauftragten, Vertretern der Berufsgenossenschaft und den Sachversicherern sowie den Kundenverbänden habe der Verband wirksame Sicherheitsstandards erarbeitet. „Unsere Sicherheitsstandards erweisen sich als erfolgreich“, so Mewes. Wesentliche Bausteine der Sicherheitsvorschriften der BDGW seien der Einsatz von hochwertig gepanzerten Fahrzeugen, Zwei-Mann-Besatzung, GPS-Ortung der Fahrzeuge, Bewaffnung der Beschäftigten sowie der Einsatz von Transportsicherungssystemen.

Fachtagung Sicherheits- und Alarmmanagement

Im Rahmen der VdS-BrandSchutzTage 2018 in Köln präsentiert das VdS-Bildungszentrum am 04.12.2018 erstmals die Fachtagung „Sicherheits- und Alarmmanagement – von der Planung bis zur Intervention“. Sie richtet sich an Sicherheits- und Brandschutzprofis gleichermaßen und behandelt die optimal integrierte Gefahrenprävention. Die neue Fachtagung basiert auf der seit Jahren bewährten VdS-Fachtagung „Sicherheitsdienstleistungen“, deckt aber ein deutlich breiteres Themenspektrum ab. Insbesondere sind nun auch verschiedene Themen aus dem Bereich Brandschutz vertreten, da Sicherheits- und Brandschutzdienstleistungen immer mehr zusammenwachsen und sorgfältig aufeinander abgestimmt werden sollten. Aus demselben Grund wird die Fachtagung nun auf den VdS-BrandSchutzTagen ausgerichtet.

Das vielseitige Programm informiert über aktuelle Entwicklungen bei relevanten Regelwerken, behördlichen Vorgaben sowie technischen Lösungen. Unter anderem berichten die erfahrenen Referenten aus den Bereichen Feuerwehr, Industrie und Sicherheitsdienstleistungen über die sichere Alarmbearbeitung mit AES, VdS-zertifizierte Notruf- und Service-Leitstellen, Erfahrungen mit einem zertifizierten Sicherheitsmanagement sowie das effiziente Zusammenspiel von Mensch und Technik innerhalb der Sicherheitskonzeption. Auch Zukunftsthemen stehen auf dem Programm, zum Beispiel eine mögliche Alarmübertragung in der Cloud und Risikoanalysen für eine moderne KRITIS.

Dieser Themenmix ist für einen breiten Personenkreis interessant. Angesprochen sind unter anderem Sicherheitsdienstleister, Sicherheitsverantwortliche aus Unternehmen, Behörden oder Banken, Polizisten, Versicherer, Brandschutzfachkräfte sowie Betreiber von Feuerwehrleitstellen, inklusive Werkfeuerwehren. Infos unter: http://www.vds-brandschutztage.de.

BDSW Techniktagung 2018 – Techniktrends und Optimierung

In diesem Jahr stand die Techniktagung des BDSW unter dem Motto „Techniktrends und Optimierung“. Erstmal fand die zweitägige Fachkonferenz unter der Leitung des neuen Vorsitzenden des Fachausschusses Technik, Stefan Rauschen, statt. „Wir haben in diesem Jahr wieder sehr interessante Einblicke in die neustesten Entwicklungen bekommen. Zudem konnten wir einen Ausblick auf das, was uns im Bereich der Sicherheitstechnik und dem Umgang damit erwartet, erhalten“, so Stefan Rauschen.


Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden, Holger Kierstein, eröffnete Rauschen die Veranstaltung mit Fachvorträgen aus unterschiedlichen Themenwechseln. Neben den vorgestellten technischen Entwicklungen, wie Sicherheitsnebel, eine Sicherheits-App, Universalschnittstellen, Drohnen und mobile Freilandüberwachung sowie dem Modell der europäischen Alarmempfangsstelle wurden auch die damit verbundenen Veränderungen – bis hin zur integrierten Sicherheit als ganzheitliches Konzept aus einer Hand- vorgestellt. Auch unterschiedliche Aspekte der Schadensverhütung und Prozessoptimierung wurden erläutert.

Industriestandort Deutschland stärken

Zur Hannover Messe stellt das Standardization Council Industrie 4.0 (SCI 4.0), gemeinsam mit DIN und VDE|DKE, die dritte Ausgabe der Normungsroadmap „Industrie 4.0“ vor. Die Autoren – Experten aus Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft und Politik – beschreiben in der Roadmap den aktuellen Entwicklungsstand von Industrie 4.0, skizzieren die Anforderungen an Normen und Standards und geben Impulse für eine erfolgreiche Umsetzung. Das Dokument thematisiert die Rolle des Menschen im automatisierten Umfeld, die Harmonisierung von Smart-Manufacturing-Komponenten, Referenz- und Datenmodelle in Industrie 4.0 sowie Kommunikationstechnologien, Servicerobotik und rechtliche Aspekte
„Deutschland muss sich im internationalen Wettbewerb um die besten Lösungen und Konzepte für Industrie 4.0 behaupten. Dafür sind ein ganzheitliches Vorgehen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Industrie sowie Normen und Standards unerlässlich – nicht zuletzt, um diese Lösungen erfolgreich global umzusetzen und zu etablieren“, sagt Prof. Dr. Dieter Wegener, Beiratssprecher des SCI 4.0.
Rolle des Menschen in der Industrie 4.0 Ein Schwerpunkt der Normungsroadmap liegt auf der Rolle des Menschen in der Smart Factory. Die Experten betonen, dass die intelligente Produktionsstätte keineswegs menschenleer sein wird. Vielmehr wird der Mensch weiterhin eine zentrale Rolle spielen, etwa als Akteur im Produktionsablauf, als Bediener von Maschinen, als Instandhalter, Produktionsplaner oder Programmierer. Um ein ergonomisches, effizientes, flexibles und nachhaltig erfolgreiches Arbeitssystem zu gestalten, ist es wichtig, ihn mit einzubeziehen, betonen die Autoren. Die Normungsroadmap gibt daher konkrete Handlungsempfehlungen für eine menschengerechte Gestaltung von Aufgaben und Tätigkeiten sowie der Arbeitsumgebung im Industrie 4.0Umfeld.
Die Normungsroadmap „Industrie 4.0“ steht kostenlos zum Download auf Deutsch und auf Englisch auf http://www.din.de/go/normungsroadmap sowie http://www.vde.com/shop bereit.