Deutsche Sicherheitswirtschaft schützt vor Piraten

Das Bundeskabinett hat zwei neue Verordnungen beschlossen, die die Zulassung von bewaffneten privaten Sicherheitsdiensten zur Abwehr von Piraten auf deutschflaggigen Seeschiffen regeln. „Die beschlossenen Regelungen unterstreichen die gewachsene Leistungsfähigkeit und Qualität der deutschen Sicherheitswirtschaft zur Sicherung der Handelsflotten auf den Weltmeeren beim Schutz vor Piratenangriffen“, so BDSW-Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok. „Es sei zu hoffen, dass der Bundestag zeitnah den Verordnungen zustimme, damit die ersten Sicherheitsunternehmen die Zulassung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen können“, so Olschok. „Wir warten seit Monaten auf Rechtsklarheit, da der Gesetzgeber bereits eine Zulassungspflicht ab dem 01.12. 2013 festgelegt habe.“

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Bild: BDSW-Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok

Der BDSW fordere die deutschen Reeder auf, beim Schutz ihrer Schiffe qualifizierte deutsche Sicherheitsunternehmen mit dieser schwierigen und verantwortungsvollen Aufgabe zu betrauen. Es müsse eine ausreichende Zahl von Unternehmen in Deutschland zugelassen werden. Das für den Kampf gegen Piraten erstmalig verbindlich eingeführte Zulassungsverfahren habe nach Auffassung des BDSW auch Vorbildcharakter für Sicherheitsunternehmen im Inland. „Das im Gewerberecht vorgesehene Unterrichtungsverfahren bzw. die Sachkundeprüfung werden den differenzierten Aufgaben der personellen Sicherheitswirtschaft immer weniger gerecht“, so Olschok. „Für den Schutz von kritischen Infrastrukturen, den Schutz von Großveranstaltungen sowie den Schutz des öffentlichen Personenverkehrs sei ebenfalls ein Zulassungsverfahren notwendig“, so der BDSW-Hauptgeschäftsführer. Hierfür mache sich der BDSW seit Jahren im Rahmen seiner Qualitätsoffensive stark. „Der im September zu wählende neue Bundestag bzw. die neue Regierung ist daher dringend gefordert, im Interesse der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und der Dienstleitungskunden endlich ein neues Zulassungsverfahren für Sicherheitsdienste im Inland hin zu mehr verbindlicher Qualität und Zuverlässigkeit durch Änderung der Gewerbeordnung anzugehen. Der BDSW bietet hierbei seine Unterstützung an“, so Olschok abschließend.

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Starker Mitgliederzuwachs beim BHE und neuer Name

BHE-Vorstandsvorsitzender Norbert Schaaf konnte bei der diesjährigen BHE-Mitgliederversammlung am 12. April 2013 in Leipzig wieder auf ein erfolgreiches vergangenes Jahr zurückblicken: Mit 60 neuen Mitgliedsunternehmen in 2012 stieg die Zahl der BHE-Mitglieder weiterhin kräftig an. Auch in den ersten Monaten des Jahres 2013 konnten schon zahlreiche neue Mitgliedsunternehmen begrüßt werden, so dass derzeit rund 720 Mitgliedsunternehmen dem BHE angeschlossen sind.
Zahlen die zeigen, dass Sicherheits-Fachfirmen im BHE bestens betreut werden und ihre Interessen im Markt gut vertreten wissen.

Das vor zwei Jahren geänderte Veranstaltungs-Konzept wird von den Mitgliedern sehr gut angenommen. Der Tag begann für die Delegierten mit einem interessanten Vortragsprogramm. Insbesondere die beiden Referate „Verkaufen Sie noch oder begeistern Sie schon?“ und „Systematische Dienstleistungsstrategien“ boten den Teilnehmern praxisnahe und informative Tipps. Der Referent, Marcello Camerin, verstand es, die Zuhörer mitzureißen und für entsprechende Maßnahmen zu motivieren.

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Foto: Marcello Camerin

Zu Beginn der Mitgliederversammlung hieß der Landespolizeipräsident des Freistaates Sachsen, Rainer Kann, die Teilnehmer in Leipzig herzlich willkommen. Wichtiger Tagesordnungspunkt war die vorgeschlagene Satzungsänderung, bei der die Änderung des Verbands-Namens zur Abstimmung stand.  Aufgrund des langen und komplexen Namen, der die Öffentlichkeits- und Pressearbeit des BHE oft erschwert, beschlossen die Delegierten, den Namen von „Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE)“ in „BHE Bundesverband Sicherheitstechnik“ zu ändern.

Nach Ablauf der dreijährigen Amtszeit von Frau Gabriele Mohr sowie der Herren Manfred Endt und Norbert Schaaf standen auf der diesjährigen Mitgliederversammlung drei Vorstandspositionen zur Wahl. Alle drei wurden von den Delegierten in ihren Ämtern bestätigt.

Mobiler „Feuerlöscher-Rechner“ des bvfa

Die Ende letzten Jahres neu herausgekommene Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ verpflichtet den Arbeitgeber, das Brandrisiko selbst festzustellen. Berechnet werden muss die erforderliche Anzahl von Feuerlöschern an der Arbeitsstätte. Diese hängt u.a. von  der jeweiligen Größe des Betriebes und der Brandgefahr ab. Hier hilft die kostenlose bvfa-App, jetzt auch für Android, die Menge der benötigten Feuerlöscher schnell und zuverlässig festzustellen. Die bvfa-App „Feuerlöscher-Rechner“ ist ein Tool zur Ermittlung der Anzahl von Feuerlöschern, die für die Gewährleistung des Brandschutzes für Arbeitsstätten erforderlich sind. Sie basiert auf den Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.2 und erleichtert den Entscheidungsprozess für die Berechnung der Anzahl der Feuerlöscher. Einbezogen werden auch die vorhandenen Wandhydranten. Das Berechnungsergebnis kann direkt per E-Mail übermittelt werden. Der „Feuerlöscher-Rechner“ des bvfa ist im Apple iTunes-Store für iPhones sowie bei Google Play für Android verfügbar. Infos unter: www.bvfa.de/Infothek

Master of Arts Criminal Investigation

Einmalig und exklusiv im deutschsprachigen Raum bildet die School of Governance, Risk & Compliance (GRC) in vier Semestern mit ca. 80 Präsenztagen zum Matser of Arts Criminal Investigation aus. „Die Studierenden bringen sehr heterogene Lebensläufe und spannende Erfahrungen sowohl aus Polizeiarbeit als auch verschiedenen Unternehmen mit, die auch für uns Referenten eine Herausforderung darstellen“, schildert Prof. Thomas Gundlach seine ersten Eindrücke mit der Pionierklasse. Die Studierenden befassen sich neben rechtlichen Fragestellungen u.a. mit Kriminalistik, Beweisführung und Kriminalstrategien, erlernen das Handwerkszeug für Befragungen und Spurenkunde, werden aber auch in forensischer Psychologie fortgebildet. „Dies alles ist notwendiges Rüstzeug für einen facettenreichen Einsatz in oder für Unternehmen“, betont Brigit Galley, Direktorin der School of GRC. Der Master-Studiengang Criminal Investigation richtet sich gleichermaßen an Bewerber aus der öffentlichen Verwaltung, den Ermittlungsbehörden, der Privatwirtschaft oder den freien Berufen. Infos unter: www.school-grc.de

Arbeitskreis „Veranstaltungsordnungsdienst“ gegründet

Die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung von Veranstaltungen wird ein immer wichtiger werdendes Aufgabengebiet von privaten Sicherheitsdiensten. Die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 hat die Risiken von unzureichend geplanten Großveranstaltungen mehr als deutlich gemacht. Dies hat in den letzten Jahren zu einer Reihe von politischen Aktivitäten geführt. „Mit diesen wollen wir uns ab sofort konstruktiv auseinandersetzen, bewerten und eigene Vorschläge machen, wenn dies sachgerecht ist. Deshalb haben wir einen neuen Arbeitskreis „Veranstaltungsordnungsdienst“ gegründet“, sagte heute in Bad Homburg der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Dr. Harald Olschok. Viele Vorschläge aus Politik und von der Polizei gehen an der Realität vorbei. Die Probleme bei ordnungsdienstlichen und sicherheitsrelevanten Tätigkeiten müssen klar definiert und analysiert werden. Auf dieser Grundlage müssen praktikable Vorschläge gemacht werden. Der Arbeitskreis wird Vorschläge für eine realisierbare und effiziente Ordnungstätigkeit auf Veranstaltungen vorlegen. Wichtig ist es, dass Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben von kompetenten Unternehmen mit ausreichend eingewiesenen und geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt werden. „Wir freuen uns außerordentlich“, so Olschok, „dass es uns gelungen ist, mit Martin Houbè einen Vorsitzenden zu gewinnen, der auf eine über zwanzigjährige nationale und internationale Erfahrung im Veranstaltungsordnungsdienst zurückblicken kann und sowohl als politischer Berater als auch als kompetenter Referent gefragt ist“. Martin Houbé ist Geschäftsführer der Special Security Services Deutschland SSSD GmbH, Bergheim, sein Stellvertreter ist Rainer Ehrhardt, Geschäftsführer der Gegenbauer Sicherheitsdienste GmbH, Berlin. Als seine wichtigste Aufgabe bezeichnet der neu gewählte Vorsitzende unter anderem eine klare Definition von Ordnungsdiensten. Der Gesetzgeber verlange auf der einen Seite den Einsatz von Ordnungsdiensten, habe diesen aber nicht ausreichend definiert. In der Praxis würden häufig die Begriffe „Ordnung“ und „Sicherheit“ gleichgesetzt werden. Dabei werden die gewerberechtlichen Grundlagen ausgeblendet.

Martin Hoube Foto

Martin Houbé

Banknoten-Recycling: Faire Wettbewerbschancen schaffen

In einem Gespräch mit Dr. Volker Wissing MdB, dem stellvertretenden Vorsitzenden und finanzpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, am 20. März 2013 in Berlin wies der Leiter des BDGW-Hauptstadtbüros, Dr. Berthold Stoppelkamp, auf ein erst jüngst erfolgreich durchgeführtes Pilotprojekt zum Recycling von Euro-Banknoten durch private Bargeldakteure hin. Obwohl sich bei der Durchführung des Recyclings durch private Wertdienstleister für die Kunden eine deutliche Optimierung ergeben habe, sei es leider momentan nicht möglich – bedingt durch die Niedriglohnpolitik der Bundesbank und eine noch vorzunehmende Änderung des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz, dieses Recyclingmodell annähernd kostendeckend zu betreiben. Insofern fordere die BDGW, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Dr. Wissing unterstrich, dass mit einer Verbesserung des Wettbewerbs mittelfristig auch Kostenersparnisse möglich seien und bot daher der BDGW an, das Thema mit dem zuständigen Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele zu erörtern.

Dr. Wissing + Dr. Stoppelkamp

Dr. Volker Wissing, MdB (links), im Dialog mit Dr. Berthold Stoppelkamp

Leben retten, aber richtig

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Hunderte Menschen sterben jährlich in Deutschland durch Brände, meist nachts und in Privathaushalten. Ursache ist im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit. Sehr oft resultiert Feuer aus alltäglichen technischen Defekten in Beleuchtung, Steckdosen oder Fernseher. Jährlich 5.000 Brandverletzte mit Langzeitschäden und über eine Milliarde Euro Feuerverwüstungen im Privatbereich sprechen für sich. In den meisten Bundesländern ist daher die Installation von Rauchwarnmeldern bereits gesetzlich vorgeschrieben. Denn tagsüber werden Brandherde zwar oft schnell entdeckt und gelöscht – nachts dagegen schläft selbst der menschliche Geruchssinn. Die Opfer ersticken im Schlaf, ohne die gefährlichen Rauchgase zu bemerken. Rauchwarnmelder retten Leben: Ihr lauter Alarm weckt auch Tiefschläfer, bevor sich tödliche Rauchgaskonzentrationen bilden können. Alle Gesetze zur Rauchwarnmelderpflicht basieren auf der Norm DIN 14676. Sie legt Mindestanforderungen für Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern fest – und empfiehlt, diese Tätigkeiten von einer Fachkraft durchführen zu lassen. Diese Fachkraft muss über einen Kompetenznachweis für die Projektierung, Installation und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern verfügen, der alle fünf Jahre zu aktualisieren ist. „Deshalb unterstützt VdS jetzt Dienstleister im Bereich der Immobilienverwaltung sowie Installateure und Handwerker mit einem neuen eintägigen Lehrgang zum Erwerb des geforderten Kompetenznachweises“, erklärt Volker Kluge, Schulungsexperte bei Europas Nummer Eins-Institut für Brandschutz. „Der 2013 in vier Städten angebotene Lehrgang – erstmals am 4. Juni in Köln – vermittelt neben den Grundlagen der Entstehung von Brandrauch auch Kenntnisse über Funktionsweisen von Rauchwarnmeldern sowie das Know-How für die Praxis.“ Der Nachweis der Fachkompetenz wird durch eine schriftliche Prüfung erbracht. Mit Bestehen erhält der Teilnehmer ein VdS-Zertifikat „Fachkraft für Rauchwarnmelder“ und kann so die Lebensretter in Wohnhäusern, Wohnungen und Räumen mit wohnungsähnlicher Nutzung gemäß DIN 14676 installieren und turnusgemäß warten. Infos unter: www.vds.de/fachkraft-fuer-rauchwarnmelder