VDE: Normung setzt Meilenstein

Der Einzug des Internet in die Produktion eröffnet große Zukunftspotenziale. Auf Basis einer herausragenden Stellung in der Produktions-, Automatisierungs- und Systemtechnik bietet sich Deutschland die Chance, die beginnende „vierte industrielle Revolution“ (nach Mechanisierung, Industrialisierung und Automatisierung) mit vernetzten Cyber-physischen Systemen als zentralem Element entscheidend zu prägen. Zudem kann sich Deutschland als einer der konkurrenzfähigsten Industriestandorte und führender Fabrikausrüster weltweit positionieren. Entscheidende Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung neuer Konzepte und Technologien in die industrielle Praxis sind konsensbasierte Normen und Spezifikationen. Die jetzt erschienene weltweit erste Normungs-Roadmap Industrie 4.0, die von der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (VDE|DKE) erarbeitet wurde, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Sie gibt erstmals allen Akteuren eine Übersicht über bestehende relevante Normen und Spezifikationen sowie heute schon erkennbare Normungs- und Standardisierungsbedarfe im Umfeld von Industrie 4.0. Technische Experten definieren darin Themenbereiche wie Systemarchitektur, Anwendungsfälle (Use Cases), Referenzmodelle und Prozesse und betrachten die einzelnen Umsetzungsaspekte mit Blick auf die Integration des gesamten Wertschöpfungsprozesses in die industrielle Fertigung. Die vier Dimensionen des Wertschöpfungsprozesses sind Produkt-Lebenszyklus, Fabrik-Lebenszyklus, Technologie-Lebenszyklus und Geschäftsprozess, die über den konkreten Produktionszeitpunkt des Produktes miteinander verknüpft sind. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, diese vier Dimensionen nahtlos miteinander zu verknüpfen. Die Normungs-Roadmap Industrie 4.0 (Version 1.0) ist Basis für weitere Diskussionen, Ausarbeitungen und Konkretisierungen. Sie steht unter http://www.dke.de/de/std/Seiten/Industrie40.aspx als Download zur Verfügung.  Weitere Informationen unter www.vde.com und www.dke.de.

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Kulturgut-Schutztipps von Hochkarätern

Zehn Millionen Euro in weniger als einer Stunde gestohlen: So viel sind die sieben Meisterwerke von u.a. Picasso, Monet und Gauguin wert, die letzten Oktober aus der Kunsthalle Rotterdam entwendet wurden. Unzureichende Sicherheitsvorkehrungen machten es den Dieben leicht. Kunst- und Kulturgegenstände in Museen, Ausstellungshäusern und Archiven sind jedoch nicht allein durch Diebstähle, Raub oder Vandalismus bedroht. Auch Brände, Leitungswasserschäden oder Naturereignisse wie Überschwemmungen können unwiederbringliche Schätze komplett vernichten. Deshalb präsentiert die mittlerweile dritte VdS-Fachtagung „Sicherheit von Museen, Ausstellungshäusern, Archiven und historischen Gebäuden“ am 31. März zahlreiche Praxislösungen rund um den Schutz von Kulturgütern. Erstmalig konnte außerdem die Kunsthalle der Bundesrepublik Deutschland als Kooperationspartner gewonnen werden.

Scan vom Dia

Bild: Kunsthalle Bonn

Das renommierte Museum ist auch Tagungsort. „Im gemeinsamen Einsatz für optimalen Kulturschutz konnten wir wieder zahlreiche hochkarätige Referenten gewinnen“, freuen sich Siegfried Müller-Roosen, Projektleiter der Bundeskunsthalle, und Ralf Funda, Schulungsexperte bei VdS, Europas Nummer Eins-Institut für Sicherheit. Unter anderem stellen Experten des Bundesamts für Katastrophenhilfe, der Berufsfeuerwehr Köln, des Bayrischen Landeskriminalamtes sowie Museumsverantwortliche und Sicherheitsberater Lösungen aus der Praxis vor. Auch Michael John, für seinen Einsatz zur Rettung von Kunstwerken während des Oder-/Neiße-Hochwassers 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, präsentiert seine Risikoanalysen und Evakuierungskonzepte.

BKA warnt vor gefälschten E-Mails

Derzeit befinden sich E-Mails im Umlauf, die als angeblichen Absender das BKA vorgeben. Der bislang bekannte Betreff dieser E-Mails lautet „Vorladungstermin Polizei/BKA“. Diese E-Mail stammt nicht vom BKA!  Die als Absender erscheinende E-Mail-Adresse ist nicht die des BKA! In der gefälschten E-Mail wird mitgeteilt, dass durch das BKA angeblich ein Sammelverfahren wegen Warenbetruges mittels Internet in mehreren Fällen angestrebt werde. Es bestehe die Vermutung, dass auch der Empfänger/die Empfängerin der E-Mail betrogen worden sein könnte. Der Empfänger/die Empfängerin wird dann jedoch – im Widerspruch zum bisherigen Text – aufgefordert, einen Link anzuklicken, um nachzulesen, welche angeblichen Vorwürfe gegen ihn/sie selbst erhoben werden. Außerdem soll der Empfänger/die Empfängerin mitteilen, ob er/sie „durch eine betrügerische Internetauktion geschädigt“ wurde und bei welcher Polizeidienststelle Anzeige erstattet wurde. Als Telefonnummer ist die Nummer der Vermittlung des BKA angegeben. Unterschrieben ist die hier bekannte Version der E-Mail von einem „A. Weselstein (KI 35)“. Eine Person dieses Namens arbeitet nicht im Bundeskriminalamt! Als Kontaktformular wird in der hier bekannten Version der E-Mail ein Link angegeben. Beim Klicken auf diesen Link wird der Nutzer auf eine Website geführt, über die versucht wird, Schadsoftware auf dem eigenen System installieren. Die Schadsoftware wird bereits durch einige Antivirenprodukte erkannt.

Klicken Sie auf keinen Fall auf den angegebenen Link! Das BKA rät, die E-Mail zu löschen und zeitnah die Update-Funktion der Virenschutz-Software zu nutzen. Wenn Sie bereits auf den Link geklickt haben, sollten Sie Ihr System durch eine entsprechende Anti-Viren-Software überprüfen lassen, gegebenenfalls muss das System neu installiert werden. Im Anschluss daran, sollten Passwörter für im Internet genutzte Services (Onlinebanking, eCommerce, etc.) von einem nicht betroffenen System geändert werden. Weitere Hilfestellung und Informationen zum Umgang mit infizierten Computern bieten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter http://www.bsi-fuer-buerger.de/

Elektronische Sicherungstechnik im Aufwind

Nachdem der Sicherheitsmarkt in den letzten beiden Jahren ein Wachstum von über 13 Prozent verzeichnen konnte, erwarten die Anbieter elektronischer Sicherungstechnik auch für das laufende Jahr 2013 einen Zuwachs von insgesamt 2,8 Prozent, erstmals über 3 Mrd. Euro Umsatz.  Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Markterhebung des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. bei deutschen Sicherheitsanbietern. Die Sprachalarmsysteme werden mit einem geschätzten Plus von 6,6 Prozent lt. Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE, die größte Umsatzsteigerung erzielen. Aber auch bei den Zutrittssteuerungssystemen (+ 3,1 Prozent) und der Brandmeldetechnik (+ 3,0 Prozent) wird erneut mit einem überdurchschnittlichen Anstieg gerechnet. Mit einem soliden Wachstum von 2,5 Prozent wird das Umsatz-Plus bei der Videoüberwachungstechnik nicht mehr ganz so stark ausfallen wie in den Jahren zuvor. Auch die Einbruchmeldetechnik wird voraussichtlich weiter zulegen können, und zwar um 2,0 Prozent. Zu den sonstigen elektronischen Sicherungstechniken (+ 2,5 Prozent) zählen u.a. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie Flucht- und Rettungswegsysteme.

Umsatzschätzung2013