Perimeter Protection 2014: Gelungener Start ins Jahr

2.236 Fachbesucher, das sind vier Prozent mehr als bei der Vorveranstaltung 2012, informierten sich Mitte Januar auf der dritten Perimeter Protection im Messezentrum Nürnberg über die neuesten Lösungen der Freigeländesicherung. An den Ständen der 78 ausstellenden Unternehmen, 17 davon waren international, hätte die Stimmung nicht besser sein können. Die außerordentlich hohe Qualität des Fachpublikums sorgte für strahlende Gesichter. Am Perimeter Protection Kongress, der parallel an den ersten beiden Messetagen stattfand und vom Verband für Sicherheitstechnik organisiert wurde, nahmen 96 Fachleute teil. Ulrich Harsch, Vorsitzender des Fachverbandes Metallzauntechnik, ideeller Träger der Perimeter Protection, betont: „Ich bin mit dem Messeverlauf mehr als zufrieden. Das Besondere an der Perimeter Protection? Nur hier erhalten Interessierte die komplette Übersicht an Produkten und Systemen für die Sicherung von industriellen, öffentlichen und privaten Objekten. Dies umfasst sowohl mechanische als auch elektronische Komponenten.“ Das Interesse der Fachbesucher an beiden Sicherheitstechniken war in etwa gleich hoch ausgeprägt, wie die repräsentative Umfrage eines unabhängigen Instituts belegt: Bei 53 Prozent lag das Hauptaugenmerk auf der mechanischen, bei 42 Prozent auf der elektronischen Perimetersicherung (Mehrfachnennung möglich). Das Messekonzept geht somit auf. Kai-Uwe Grögor, Geschäftsführer des Fachverbands, ergänzt: „Die Sicherheitsanforderungen an Verkehrsinfrastrukturen, Logistiksysteme, Industrieanlagen und öffentliche Einrichtungen werden weiter steigen. Die europäische Metallzaunbranche blickt optimistisch in das Wirtschaftsjahr 2014, für das die Perimeter Protection den gelungenen Jahresauftakt bildete. Sie ist Spiegelbild dieses Trends.“

Auf Veranstaltungsseite zieht Thomas Preutenborbeck, Leiter Veranstaltungen bei der NürnbergMesse, ebenfalls eine positive Bilanz: „Bereits nach der dritten Perimeter Protection wird deutlich: Nürnberg als zweijähriger Treffpunkt der europäischen Perimeterschutzbranche ist gesetzt. Das belegen das Besucherplus von vier Prozent sowie die hohe Internationalität von 18 Prozent. Wir machen uns nun an die Weiterentwicklung dieser noch jungen Fachmesse. In Zukunft, da bin ich mir sicher, werden Aussteller- und Besucherzahlen weiter steigen.“

Der vom Verband für Sicherheitstechnik organisierte Kongress überzeugte auch diesmal auf ganzer Linie. Teilnehmer waren vor allem Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden (42 Prozent), Sicherheitsberater sowie Architekten.  96 Prozent waren mit dem Kongressprogramm zufrieden. 88 Prozent nahmen aus den Vorträgen neue Impulse für ihre tägliche Arbeit mit. Für 58 Prozent steht fest: Sie werden sich auch den nächsten Perimeter Protection Kongress nicht entgehen lassen.

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Neuer Tarifvertrag für Luftsicherheits-Mitarbeiter

Nach intensiven und schwierigen Verhandlungen konnte am 21. Januar 2014 ein neuer Tarifvertrag für die ca. 2.000 Beschäftigten der Sicherheitswirtschaft an den Flughäfen in Berlin und Brandenburg abgeschlossen werden. Die Vertreter des BDSW und der dbb tarifunion einigten sich auf erhebliche Lohnsteigerungen. Das Entgelt für Mitarbeiter nach §5 Luftsicherheitsgesetz steigt in 3 Schritten von 12,25€ auf 15,64€ (ab 01.08.2015). Die Tätigkeiten nach §8 und §9 Luftsicherheitsgesetz entwickeln sich von 8,65€ auf 11,72€. Die PWK Zulage steigt zum 01.02.2014 von 1,15€ auf 1,50€.

„Die Tarifkommission des BDSW ist mit diesen Lohnsteigerungen an die Grenze des Machbaren gegangen“ so der Vorsitzende der Landesgruppe Berlin Rainer Erhardt. „Es war unsere Absicht, den Mitarbeitern die Lohnsteigerungen so schnell wie möglich zukommen zu lassen.“ Der Beginn der Laufzeit zum 01.02.2014 sei ein wichtiges Argument für den Abschluss gewesen. „Entgeltsteigerungen in dieser Höhe konnten durch die mit 32 Monaten relativ lange Laufzeit des Tarifvertrages ermöglicht werden“ so Erhardt abschließend.

BDSW und Bundespolizei: Zusammenarbeit auf Vertrauensbasis

Der Präsident des BDSW, Gregor Lehnert (li.), traf am 16. Januar 2014 in Potsdam mit dem Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, zu einem Meinungsaustausch zusammen. Themen waren unter anderem Fragen der Zusammenarbeit von Bundespolizei und privater Sicherheitswirtschaft bei der Wahrnehmung der Luftsicherheitskontrollaufgaben an Flughäfen sowie in anderen Tätigkeitsfeldern der Sicherheit. Beide Präsidenten betonten, dass man auf Basis der bestehenden vertrauensvollen Zusammenarbeit alle zukünftigen Herausforderungen im Dialog angehen werde. Ein wichtiges Forum hierzu seien auch die diesjährigen 6. gemeinsamen Luftsicherheitstage am 12. und 13. Februar 2014 in Potsdam, die von beiden Präsidenten eröffnet werden. Erwartet werden rund 300 Sicherheitsexperten aus allen Bereichen der staatlichen und privaten Luftsicherheit.

2014 Gregor Lehnert + Praesident Bundespolizei Dr. Romann

Bildunterschrift: v.l.n.r. Gregor Lehnert, BDSW-Präsident und Dr. Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums

Autos orten Fußgänger: Das Handy als Lebensretter

Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Fahrerassistenzsysteme im Auto Fußgänger und Fahrradfahrer orten können – selbst dann, wenn sie durch große Hindernisse verdeckt werden. Dabei könnten bald die Mobiltelefone der Fußgänger und Radfahrer als Transponder dienen. Das Ortungssystem im Auto berechnet die Bewegungsbahn des Transponders voraus und leitet notfalls eine Vollbremsung ein, wenn sich ein Fußgänger oder Radfahrer direkt vors Auto bewegt.

Ein Auto fährt mit Tempo 30 durch ein Wohngebiet. Rechts stehen parkende Fahrzeuge am Straßenrand. Plötzlich taucht hinter einem großen Anhänger ein Fußgänger auf. Unmittelbar vor dem Passanten kommt der Wagen zum Stehen. Hätte das Ortungssystem des Fahrzeugs nicht eingegriffen, wäre der Fußgänger vom Auto erfasst worden. Der Fußgänger hatte in diesem Versuch einen so genannten Transponder bei sich. Ein Transponder ist ein Funksender und -empfänger, der auf bestimmte Signale antwortet. In diesem Fall auf das Ortungssystem in dem sich nähernden Auto. Dabei wird für die genaue Lokalisierung des Fußgängers dessen Abstand und Winkel zum fahrenden Auto gemessen. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Kooperative Transponder“, Ko-TAG, haben Professor Erwin Biebl und sein Team an der TU München dafür einen ganz neuen Ansatz zur Abstandsmessung entwickelt, mit dem die Entfernung innerhalb weniger Mikrosekunden (Millionstel Sekunde) auf wenige Zentimeter genau gemessen wird. Um das zu erreichen, sendet das Ortungssystem im Auto eine einzigartige Code-Folge an den Transponder. Dieser modifiziert die Code-Folge und schickt sie in einem sehr präzisen zeitlichen Schema zurück. Die Warnung an den Fahrer oder die Auslösung einer Notbremsung muss in der Regel schon erfolgen, bevor der Fußgänger die Straße betritt. Gleichzeitig muss die Wahrscheinlichkeit für unnötige Vollbremsungen extrem gering gehalten werden, damit die Fahrer das System als zuverlässig empfinden und benutzen. Eine sehr gute Bewegungsabschätzung ist daher unumgänglich.

Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit gelang es den Wissenschaftlern, die Messfehler bis auf wenige Pikosekunden (Billionstel Sekunden) zu reduzieren. „Wir erreichen damit für die Abstandsmessung eine Genauigkeit von wenigen Zentimetern. Zusammen mit dem ebenfalls einzigartigen codebasierten Verfahren ist das der Grund für die außergewöhnliche Performanz und ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal unseres Systems“, sagt Professor Biebl.

Handy als Lebensretter

Das Besondere an der „Kooperativen Sensorik“, wie das Ortungssystem bei Ko-TAG heißt, ist, dass schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer damit auch geortet werden können, wenn sie durch Hindernisse verdeckt sind. Darüber hinaus können sie mit der kooperativen Sensorik eindeutig als solche erkannt und ihr Bewegungsverhalten vorausgesagt werden. Das ist mit bisherigen Fahrerassistenzsystemen im Auto nicht möglich. Die kleinen Sender können in Kleidung oder Schulranzen integriert werden. Als Transponder könnte in Zukunft aber auch das Handy dienen, denn ein Großteil der Menschen trägt es ohnehin ständig bei sich. Es bedarf lediglich kleiner Änderungen an der Geräte-Hardware. Ein großer Hersteller von Mobiltelefonen hat bereits Interesse an dem System gezeigt.

An dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekt sind neben dem Fachgebiet Höchstfrequenztechnik der Technische Universität München das Fraunhofer IIS, die BMW Forschung und Technik GmbH, die Continental Safety Engineering International GmbH, die Daimler AG, das Heinrich-Hertz-Institut der Fraunhofer Gesellschaft sowie das Steinbeis Innovationszentrum für Embedded Design und Networking beteiligt.

 

Neue Tätigkeitsfelder für Sicherheitsdienstleister

Aktuell diskutieren Verantwortliche und Bürger in Deutschland und der Welt über die Konsequenzen und Lehren aus den Spionage- und Überwachungsaktivitäten der NSA und das Schicksal von deren Enthüller Edward Snowden. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie offen sichergeglaubte Infrastrukturen und Daten tatsächlich sind. In diesem Zuge hat das Sicherheits- und Schutzbedürfnis nochmals erheblich an Bedeutung gewonnen – für ganze Staaten, deren Bürger und insbesondere für Unternehmen. Ging es bis dato lediglich um physische Zutritts- und Zugangskontrollen, erwachsen auch für letztgenannte Akteure durch die bekannt gewordenen Dimensionen des Abhörskandals ganz neue Herausforderungen, internes Know-how vor externen Zugriffen und Spionage zu schützen.

Auch im öffentlichen Raum, der früher fast ausschließlich von staatlichen Behörden wie der Polizei oder dem Bundesgrenzschutz gesichert wurde, haben die Sicherheitsanforderungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ob auf öffentlichen Kundgebungen, bei sportlichen oder kulturellen Großereignissen in Stadien und Arenen, an infrastrukturellen Knotenpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen oder in Versorgungsbereichen wie Kraftwerken und Transportnetzen – verschiedene Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass die mannigfaltigen Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden müssen, weil die bisherigen Akteure mit der Häufigkeit und Komplexität der sicherheitsbedingten Einsätze überfordert zu sein scheinen. Dieses Vakuum wird inzwischen vermehrt auch durch private Sicherheitsdienstleister gefüllt, die anderen Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern Mitarbeiter und Know-how zur Verfügung stellen, und zwar nicht ausschließlich auf personeller, sondern immer häufiger auch auf technischer Ebene. Sie sind in der Lage, ihren Kunden umfassende und individuelle Sicherheitskonzepte anzubieten, bei denen Mensch und unterstützende Technik effizient zusammenwirken. Diese Symbiose wird kundenseitig künftig noch stärker nachgefragt werden und bietet den Security-Service-Unternehmen damit ganz neue Aufgabenbereiche.

 Nutzen und Preis dieser Dienstleistungen stehen jedoch nur selten in einem angemessenen Verhältnis. Dies zeigt das im Vorjahr von Lünendonk publizierte Whitepaper „Security 2013 – Der Wert privater Sicherheitsdienstleistungen“, das kostenfrei auf www.luenendonk.de zum Download zur Verfügung steht. Darin schildern Vertreter der Sicherheitsbranche, dass die geleisteten Security Services häufig nicht die gewünschte Würdigung durch den Kunden und die Gesellschaft erfahren. „Für die Dienstleister besteht eine der größten Herausforderungen darin, den tatsächlichen Nutzen der Sicherheitsleistungen adäquat in das Zentrum zu rücken und ihre Service Excellence gegenüber Kunden gebührend einzupreisen“, resümiert Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk GmbH. „Jedoch sind Prävention von Schäden, Vermeidung von Betriebsunterbrechungen und Schadenfolgekosten oder die Deeskalation in Gefahrensituationen im öffentlichen Raum für die Kunden von Sicherheitsdienstleistungen nur schwer kalkulierbar.“

Das Whitepaper „Security 2013 – Der Wert privater Sicherheitsdienstleistungen“ umfasst 36 Seiten mit Daten, Fakten und Grafiken sowie der Zusammenfassung eines Experten-Round-Tables. Es kann kostenlos unter www.luenendonk.de bezogen werden.

Veranstaltungssicherheit

Wann ist eine Veranstaltung „sicher“? Welche Themen „gehören“ zur Veranstaltungssicherheit? Betrachtet man die „Veranstaltung“, ist die Veranstaltungssicherheit kein losgelöster Teil daneben, sondern ein integraler Bestandteil: Ebenso wie die Bühne zum Konzert dazu gehört, gehört die Sicherheit zur Veranstaltung; ohne ein Konzept für den Ablauf einer Veranstaltung würde auch niemand eine Veranstaltung planen. Zur Durchführung von Maßnahmen zur Sicherheit der Veranstaltung ist der Veranstalter schon kraft der Verkehrssicherungspflichten verpflichtet – daneben ergeben sich Pflichten aus einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen, Normen und dergleichen. Dass ein Rettungsweg bzw. Fluchtweg Bestandteil der Veranstaltungssicherheit ist, dürfte außer Frage stehen. Gehören aber auch Themen wie Jugendschutz, Toiletten, Parkplatzmanagement usw. dazu? Sowohl bei Mitarbeiterveranstaltungen, einem Tag der offenen Türe oder einer großen öffentlichen Marketingveranstaltung gilt – Veranstaltungssicherheit ist Unternehmenssicherheit und Markenschutz!

Hier ist der Bundesverband Veranstaltungssicherheit (bvvs) Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Veranstaltungssicherheit. Er vermittelt Experten zu allen Fragen der Veranstaltungssicherheit und bildet Arbeitsgruppen, um wichtige Themen wissenschaftlich fundiert zu erarbeiten. Der bvvs wurde als zentrale Vertretung der Interessen der Veranstaltungssicherheit in Deutschland gegründet, um diese innerhalb der Veranstaltungsbranche, den Medien, der Politik und der gesamten Öffentlichkeit bestmöglich zu verankern. Er kümmert sich um die Einhaltung von Vorschriften und Standards durch seine Mitglieder. Der Verband wird aber auch andere Verantwortliche, die nicht Mitglied sind, dazu anhalten und darin unterstützen, die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Infos unter: www.bvvs.org.

Elektroindustrie wächst moderat

Die deutsche Elektroindustrie ist zuversichtlich, 2014 wieder moderat wachsen zu können. „Wir glauben, dass die preisbereinigte Produktion unserer Branche 2014 wieder um zwei Prozent zulegt“, sagte der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung Dr. Klaus Mittelbach. „Der Umsatz sollte entsprechend auf knapp 170 Mrd. Euro steigen.“ Es gebe freilich eine Reihe von Unsicherheiten. Vor allem in Europa dürfe es keine neuerlichen Rückschläge bei der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise geben, sondern es brauche ein reformiertes institutionelles Rahmenwerk, das den Euroraum und die EU dauerhaft wetterfest macht. In Deutschland sollten die Errungenschaften der Agenda 2010 nicht rückgängig gemacht und die Energiewende müsse so organisiert werden, dass das Investitions- und Produktionsklima nicht durch Unsicherheit beeinträchtigt wird. Es gebe solide Zeichen für den Aufschwung, sagte Dr. Mittelbach. Die Auftragseingänge der Elektrobranche seien zwischen Januar und Oktober 2013 um zwei Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen, im Oktober habe es ein Bestellplus von sechs Prozent gegeben. Wesentliche Stimmungsindikatoren befänden sich deutlich im positiven Bereich. Der jüngsten Konjunkturumfrage des ZVEI zufolge erwarteten 70 Prozent der Branchenunternehmen im nächsten Jahr ein Erlöswachstum zwischen zwei und vier Prozent. Außerordentlich erfreulich sei die Entwicklung der Beschäftigung. Die Zahl der inländischen Mitarbeiter der Elektroindustrie betrage derzeit 842.000. „Das sind 15.000 mehr als Ende 2008“, so Dr. Mittelbach. „Seit April 2010 haben die Elektrounternehmen mehr als 40.000 neue Jobs geschaffen.“ Zähle man die 665.000 Auslandsbeschäftigten zu den inländischen Mitarbeitern hinzu, so habe die deutsche Elektrobranche weltweit inzwischen mehr als 1,5 Millionen Beschäftigte.