Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität

Delikte der Wirtschaftskriminalität verursachten 2013 Schäden von 3,82 Milliarden Euro und damit knapp 2 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr (3,75 Milliarden Euro). Die Schäden belaufen sich damit auf rund 50 Prozent des Gesamtschadensvolumens aller in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2013 erfassten Straftaten – und das bei einem Anteil der Wirtschaftskriminalität von nur 1,2 Prozent an der registrierten Gesamtkriminalität.

Dabei können die in der PKS erfassten Schadenssummen den tatsächlich verursachten Gesamtschaden nur teilweise abbilden. Denn neben den monetären müssen auch die immateriellen Schäden betrachtet werden. Beispiele sind etwa:

  • Wettbewerbsverzerrungen durch Wettbewerbsvorsprünge des mit unlauteren Mitteln arbeitenden Wirtschaftsstraftäters
  • Gefahr, dass infolge finanzieller Abhängigkeiten und Verflechtungen bei einem wirtschaftlichen Zusammenbruch auch jene Geschäftspartner betroffen sein können, die an den kriminellen Handlungen der Täter keinen Anteil hatten
  • Nicht unerhebliche Reputationsverluste von einzelnen Unternehmen oder auch ganzen Wirtschaftszweigen
  • Mögliche Vertrauensverluste in die Funktionsfähigkeit der bestehenden Wirtschaftsordnung

Entgegen der Entwicklung der Schäden gingen 2013 die registrierten Fälle von Wirtschaftskriminalität zurück – um rund 12 Prozent auf 71.663 Straftaten.

Die Aufklärungsquote im Bereich der Wirtschaftskriminalität betrug im vergangenen Jahr 92 Prozent (2012: 91 Prozent) und war damit höher als bei den insgesamt polizeilich bekannt gewordenen Straftaten (55 Prozent). Dies hängt unter anderem mit den Erfassungsrichtlinien der PKS zusammen. Demnach gilt ein Fall bereits als aufgeklärt, wenn ein Tatverdächtiger namentlich bekannt ist, was bei den Delikten der Wirtschaftskriminalität – anders als zum Beispiel beim Wohnungseinbruch oder Kraftfahrzeugdiebstahl – häufig der Fall ist.

 

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Bündnis gegen Cyber-Bedrohungen

Die Bundesregierung und die Betreiber Kritischer Infrastrukturen haben ihre bereits seit 2007 bestehende Kooperation erneuert und Handlungsschwerpunkte für die nächsten Jahre festgelegt. In dem hierzu veröffentlichten Dokument „UP KRITIS: Öffentlich-Private Partnerschaft zum Schutz Kritischer Infrastrukturen“ wird die weitere Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft beim Schutz Kritischer Infrastrukturen beschrieben.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière: „Mit den Betreibern Kritischer Infrastrukturen pflegen wir auf Grund ihrer Bedeutung für unsere Gesellschaft schon seit vielen Jahren eine besonders enge Kooperation. In Anbetracht der Allgegenwärtigkeit der Informationstechnik und der sich zuspitzenden Bedrohungslage im Cyberraum haben wir unsere Handlungsschwerpunkte überarbeitet und wollen in Zukunft noch enger zusammenrücken. Deutschland soll auch in Zukunft Vorreiter bei verlässlichen und robusten Infrastrukturen in Europa bleiben.“

Die Bundesregierung verfolgt beim Schutz Kritischer Infrastrukturen strategisch und in der operativen Umsetzung einen ganzheitlichen Ansatz, in dessen Rahmen in den Jahren 2005 und 2006 in Zusammenarbeit mit Betreibern Kritischer Infrastrukturen der Umsetzungsplan KRITIS entstand. Die Partnerschaft UP KRITIS leistet seit ihrem offiziellen Start im Jahr 2007 einen wesentlichen Beitrag zur verlässlichen Bereitstellung der kritischen Dienstleistungen für die Menschen in Deutschland. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem effektiven Zusammenwirken von IT-Sicherheit und der Aufrechterhaltung kritischer Geschäftsprozesse. Leitbild des UP KRITIS ist die Zusammenarbeit zwischen Betreibern Kritischer Infrastrukturen und staatlichen Stellen zur Stärkung der Kompetenz der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung in gemeinsamer Verantwortung insbesondere für die IT-Sicherheit in den Prozessen Kritischer Infrastrukturen. Die Strukturen des UP KRITIS ermöglichen darüber hinaus eine Verzahnung mit den aktuellen Arbeiten an einem IT-Sicherheitsgesetz, das Mindeststandards und Meldepflichten im Bereich der IT-Sicherheit Kritischer Infrastrukturen vorsehen wird. Unternehmen, die Kritische Infrastrukturen betreiben, sind zur Mitwirkung eingeladen.

Bayerische Sicherheitstage

Die 3. gemeinsamen Bayerischen Sicherheitstage von BDSW und BVSW, unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, Dr. Thomas de Maizière, standen in diesem Jahr unter dem Motto „Sicherheit AGENDA 2030; Unternehmenssicherheit als Wirtschaftsfaktor“. Damit dokumentierten beide Verbände auch in der 3. Auflage der Veranstaltung – diesmal zu Gast im Audi Training Center am Flughafen München – ihre gemeinsame Verbundenheit und Zielrichtung beim Thema Wirtschaftsschutz. Der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministers des Innern, Dr. Günter Krings, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Innenpolitik der CDU/CSU Bundestagsfraktion, MdB Stephan Mayer, begrüßten ausdrücklich, den Unternehmens- und Wirtschaftsschutz in den Vordergrund zu stellen.

Gerhard Ameis, Vorsitzender der BDSW Landesgruppe Bayern und Vorstandsmitglied des BVSW, Wolfgang Wipper, Vorstandsvorsitzender des BVSW und Moderator Waldemar Kindler, Landespolizeipräsident a. D., empfingen am 16. Juli 2014 zahlreiche weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Polizei, dem Bayerischen Landtag, Wirtschaftsunternehmen und Verbänden zu der Veranstaltung.

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Foto: Gerhard Ameis

Staatssekretär Dr. Krings und MdB Mayer stellten in Ihren Reden die zunehmende Bedeutung der privaten Sicherheitsbranche und deren Stellenwert für die Sicherheitsarchitektur in Deutschland heraus und machten zudem deutlich, dass beispielsweise die Forderung des BDSW nach einer Neuausrichtung der gesetzlichen Zuständigkeit für die Branche, vom Wirtschafts- zum Innenministerium, sinnvoll und notwendig sei. Mayer betonte zudem, dass die Koalition die Zertifizierung von Sicherheitsdienstleistern und eine Verschärfung der gewerberechtlichen Zugangsvoraussetzungen gemäß des Koalitionsvertrages und in Anlehnung an das Positionspapier des BDSW aufgreifen wolle. Die politischen Vertreter zeigten sich mit der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen politischen Vertretern und denen des BDSW, beispielsweise im Rahmen der Arbeit des BDSW Fachausschusses für Wirtschaftsschutz, zufrieden. Eine solche Zusammenarbeit sei zielführend und lege den Grundstein für weiterhin erfolgreiche Verbesserungen der Sicherheit in Deutschland.

Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer, Landespolizeipräsident, widmete sich in seinem Vortrag ebenfalls dem Thema Zusammenarbeit zwischen Polizei und privaten Sicherheitsdienstleistern. Schmidbauer stellt die Pilot-Kooperationsvereinbarung zwischen Polizei und privater Sicherheit für München und Nürnberg vor. Auch bei diesem Projekt, das möglicherweise noch in diesem Jahr starten kann, wurde die außerordentlich erfolgreiche und zielführende Zusammenarbeit mit BDSW und BVSW gelobt.

Auch Einbrecher feiern

Am Abend des Weltmeisterfinales am Sonntag, 13. Juli 2014 und in der Nacht danach haben offensichtlich auch Einbrecher das Spiel am Bildschirm oder beim Public Viewing verfolgt und gefeiert. In dieser Zeit waren deutschlandweit die Wohnungs- und Wohnhauseinbrüche drastisch zurückgegangen. In manchen Städten und Gemeinden wurde kein einziger Einbruch gemeldet. Die Polizei hatte dennoch gut zu tun, denn es gab dafür mehr alkoholbedingte Delikte und Unfälle. Insgesamt sind die Feiern zum Sieg der deutschen Nationalmannschaft überwiegend friedlich abgelaufen.

Dramatischer Anstieg der Wohnungseinbrüche

Die Polizeiliche Kriminalstatistik belegt für das Jahr 2013 einen dramatischen Zuwachs an Wohnungseinbrüchen in Baden-Württemberg. Mit einem Anstieg der Einbruchszahlen um fast 32 Prozent innerhalb eines einzigen Jahres liegt das Bundesland weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 3,7 Prozent. Die Polizei geht davon aus, dass neben Tätern aus der Region vermehrt organisierte Banden für die rund 11.300 Einbrüche verantwortlich sind. Diese brechen im Akkord ein, in städtischen Bereichen ebenso wie in ländlichen Gebieten, und bleiben oft spurlos verschwunden. Bundesweit konnte die Polizei lediglich 15,5 Prozent aller gemeldeten Fälle aufklären und das, obwohl 43 Prozent der Einbrüche am helllichten Tag ausgeführt wurden. In Baden-Württemberg gelang den Beamten die Aufklärung sogar nur in jedem zehnten zur Anzeige gebrachten Fall (10,9 Prozent).

Um Tätern nicht schutzlos ausgeliefert zu sein, müssen die Bürger selbst aktiv werden. Der Markt für Sicherheitstechnik bietet zuverlässige Konzepte der Objektsicherung. Grundsätzlich muss bei Sicherungsmaßnahmen unbedingt Wert auf die fachmännische Beratung, Planung und Installation durch eine qualifizierte Sicherheits-Fachfirma gelegt werden. Denn nur Fachwissen und Erfahrung kombiniert mit der passgenauen Sicherheitstechnik garantieren einen wirklich effektiven Einbruchschutz. Dieser ist bisher nur in den wenigsten Haushalten gewährleistet. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass viele Häuser und Wohnungen noch immer unzureichend gegen Einbruch gesichert sind“, so Dr. Urban Brauer, Geschäftsführer vom BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. „Dabei könnte schon die mit geringem Aufwand verbundene Grundausstattung mit Sicherheitstechnik einen Einbruch verhindern“, so Brauer weiter. Die Einbrecher gelangen in der Regel über Terrassentüren, Fenster sowie Haus- und Wohnungstüren in das Gebäude. Mit Hilfe von Zusatzsicherungen oder durch den Einbau einbruchhemmender Türen und Fenster, können Einbrüche verhindert oder zumindest erheblich erschwert werden. Die meisten Täter brechen ihr Vorhaben innerhalb von 2 bis 5 Minuten ab, wenn sie nicht in das Haus gelangen.

Die mechanische Sicherung sollte jedoch um moderne Überwachungstechnik ergänzt werden, um einen maximalen Schutz zu gewährleisten. Beispielsweise meldet eine Alarmanlage einen Einbruchsversuch lautlos an eine rund um die Uhr besetzte Notruf- und Serviceleitstelle. Durch die unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen kann der Einbrecher im Idealfall noch auf frischer Tat ertappt werden. Alarmanlagen sind zudem in der Lage, den Bewohner beim Verlassen des Hauses auf bestehende Sicherheitslücken, wie nicht geschlossene Fenster oder Türen, hinzuweisen. Kompetente Spezialisten für Einbruchschutz finden Interessenten mittels einer Landkarte unter www.bhe.de/de/PLZ-Suche/. Weitere Informationen zum Thema Einbruchschutz gibt es unter www.bhe.de.