Handwerk legt insbesondere bei Einbruchschutz zu

Die sicherheitstechnischen Fachfirmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage positiv. Mit einem Wert von 2,07 auf der Schulnotenskala vergeben sie die beste Note seit drei Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuell durchgeführte Herbst-Konjunkturumfrage des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. „Deutlich erkennbar ist, dass der Privatmarkt in Bewegung kommt“, so Dr. Urban Brauer, Geschäftsführer des BHE. „Der Privatmarkt, d.h. das Geschäft im privaten Haus- und Wohnungsmarkt, insbesondere aber der Einbruchschutz zeigen die besten Werte seit Einführung der BHE-Konjunkturumfragen. Ursächlich ist hierfür u.a. der alarmierende Anstieg an Wohnungseinbrüchen von 31 Prozent seit dem Jahr 2009.“ Auch bei der Einschätzung der künftigen Geschäftslage verleihen die Fachfirmen mit 2,13 die beste Note seit Erhebung der Daten. Größtes Problem im sicherungstechnischen Handwerk ist der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Hier finden technikinteressierte Jugendliche mit Sicherheit beste Zukunftsperspektiven.

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BHE-Praxis-Ratgeber Sicherungstechnik

Die zweite Ausgabe des Praxis-Ratgebers Sicherungstechnik wurde umfassen aktualisiert, neu strukturiert und wesentlich erweitert. Auf rund zweihundert Seiten bietet er einen Überblick über die unterschiedlichen Bereiche der Sicherungstechnik. Er umfasst die Kapitel:

    • Einbruchschutz
    • Videoüberwachungstechnik
    • Freigeländeüberwachungssysteme
    • Zutrittssteuerungstechnik
    • Brandschutz
    • Informationstechnik
    • Symbole präventiver Sicherheitstechnik und
    • Statistik und Grafiken.

Errichter, Planer und Anwender stellt er in komprimierter Form die Fachinformationen zu Verfügung, die sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. Neben den vielfältigen Normen und Richtlinien, findet man auch wertvolle Informationen zu deren Umsetzung in der Praxis. Zu beziehen über BHE Bundesverband der Sicherheitstechnik e.V. Feldstraße 28, 66904 Brücken.

 

Allianz für Cyber-Sicherheit

Im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels 2014 fand im Oktober diesen Jahres die dritte Beiratssitzung der Allianz für Cyber-Sicherheit statt. Neben dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), dem Verband der IT-Anwender (VOICE) und dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) nahmen erstmals die neuen Beiratsmitglieder Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Gesellschaft für Informatik (GI) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) teil. Die Allianz für Cyber-Sicherheit erweitert somit ihr Spektrum und vertieft die seit nunmehr zwei Jahren bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit mit Industrie und Wissenschaft und erhofft sich somit neue Impulse zur Stärkung der Cyber-Sicherheit in Deutschland. Die Allianz für Cyber-Sicherheit ist eine Initiative des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die 2012 in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) gegründet wurde. Die Allianz richtet sich vorrangig an Unternehmen und Behörden, darüber hinaus aber auch an sonstige Institutionen und Organisationen in Deutschland. Interessenten haben die Möglichkeit, sich in verschiedenen Rollen als Teilnehmer, Partner oder Multiplikator zu beteiligen.

 

Wieder stärkeres Wachstum bei Sicherheitsdienstleistungen

Die 25 nach Inlandsumsatz führenden Sicherheitsdienstleister in Deutschland wuchsen 2013 mit 3,8 Prozent stärker als im Vorjahr (2012: 3,4%). Deutlicher als der Gesamtmarkt legten sogar die Top 15 der Lünendonk®-Liste (5,0%) sowie die Multidienstleister (4,2%) zu. Etwas hinter der Marktentwicklung zurück blieben die reinen Sicherheitsdienstleister, die Zuwächse von durchschnittlich 3,5 Prozent generierten. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 rechnen die befragten Unternehmen mit abermals zunehmendem Wachstum von über vier Prozent pro Jahr. Dies sind erste Ergebnisse der aktuellen Lünendonk®-Marktsegmentstudie 2014 „Führende Sicherheitsdienstleister in Deutschland“, die Mitte November beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk, Kaufbeuren, zur Verfügung steht.

Laut Branchenverband BDSW, Bad Homburg, wurden 2013 in Deutschland rund 5,2 Milliarden Euro mit Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Marktvolumen somit um rund vier Prozent an (2012: 5,0 Milliarden Euro). Für 2014 und 2015 erwarten die Anbieter ein stabiles Marktwachstum von 3,7 Prozent.

Marktführer bleibt die deutsche Landesgesellschaft der Securitas mit einem Umsatz von 657,0 Millionen Euro. Das Unternehmen baute damit den Abstand zur Essener Kötter-Gruppe aus. Das Jahr 2014 wirft indes seine Schatten voraus: Mit der Übernahme von OSD Schäfer und einem signifikanten Zukauf des Sicherheitsgeschäfts von ISS ergänzt Kötter sein Portfolio und wird 2014 voraussichtlich deutlich wachsen.

Auf Rang drei folgt die Niedersächsische Wach- und Schließgesellschaft mit 190,0 Millionen Euro. In dieser Zahl sind die Umsätze der VSU enthalten. Die Frankfurter Wisag konnte ihre Umsätze um 4,6 Prozent auf 159,0 Millionen Euro erneut steigern und belegt damit Rang vier.

Die Kieler Wach- und Sicherheitsgesellschaft folgt auf Rang fünf und komplettiert die Gruppe der Unternehmen mit dreistelligem Millionenumsatz. Lünendonk schätzt für 2013 den Jahresumsatz auf 115,0 Millionen Euro. Die Unternehmensgruppe ist mit verschiedenen, eigenständig am Markt agierenden Gesellschaften, darunter der Sicherheit Nord, aktiv.

Klüh, Pond und W.I.S. erwirtschafteten jeweils zwischen 90,0 und 100,0 Millionen Euro. Die Umsatzentwicklung von Pond ist unter anderem von Sparmaßnahmen der US Facilities in Deutschland geprägt, die die strategische Neuausrichtung der amerikanischen Streitkräfte begleiten. Das Unternehmen setzte 2013 94,4 Millionen Euro um. Die Kölner W.I.S. konzentriert sich weiter auf Sicherheitsdienstleistungen. Das Unternehmen steigerte den Umsatz 2013 um 6,1 Prozent auf 91,8 Millionen Euro, während der gesamte Umsatz in Deutschland von 103,0 auf 104,0 Millionen Euro zunahm.

Gegenbauer kann sich mit einem Umsatzzuwachs von rund 4 Millionen Euro auf Rang 14 verbessern. Die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft liegt 2013 mit 53,0 Millionen Euro auf Rang 15. Das Unternehmen konnte einen einmaligen Großauftrag aus dem Jahr 2012 durch Zuwächse im laufenden Geschäft nahezu vollständig kompensieren.

Piepenbrock konsolidiert das Geschäft mit Sicherheitsdienstleistungen weiter und musste in Folge einer strategischen Neuausrichtung einen Umsatzrückgang verkraften. Auch Arndt aus Nürnberg bilanzierte 2013 aus strategischen Gründen geringere Umsätze: Unter anderem durch den Verkauf einer Geschäftseinheit ging der Umsatz um 17,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr zurück.

Als Neueinsteiger komplettiert die Vollmergruppe aus Mülheim an der Ruhr die Liste der 25 nach Inlandsumsatz mit Sicherheitsdienstleistungen führenden Unternehmen in Deutschland. Noch im Vorjahr schloss die ISS die Lünendonk®-Liste mit einem Umsatz von 19,0 Millionen Euro ab. Die Vollmergruppe schaffte den Einstieg mit 22,2 Millionen Euro in 2013. Nicht mehr in der Lünendonk®-Liste enthalten ist die Strabag PFS, die Sicherheitsdienstleistungen nur als so genannte Managed Services erbringt.

Mit zwei Zukäufen machte die Kötter Unternehmensgruppe 2014 von sich reden: Neben der EnBW-Tochter OSD Schäfer übernahm das Essener Unternehmen einen wesentlichen Anteil des Geschäfts mit Sicherheitsdienstleistungen der ISS. Somit werden mindestens zwei Unternehmen nicht mehr in der Lünendonk®-Liste 2015 mit den Umsatzzahlen 2014 vertreten sein. Kötter wird dadurch aller Voraussicht nach den Abstand zu Marktführer Securitas im kommenden Jahr verringern.

Ungeachtet dessen liegen die Umsätze der Unternehmen auf Rang 1 und Rang 25 weiter deutlich auseinander: Securitas generiert fast den 30-fachen Umsatz der Vollmergruppe und steht alleine für rund 12,6 Prozent des Marktvolumens. 2013 erbrachte der Marktführer zudem mehr als das Doppelte von Kötter. Im Mittelfeld sind die Abstände zum Teil gering: Sieben Unternehmen kommen auf eine Leistung zwischen 50,0 und 60,0 Millionen Euro. Bereits geringe absolute Umsatzveränderungen können eine Verschiebung um mehrere Listenränge bedeuten.

„Kunden fragen auch bei Sicherheitsdienstleistungen vermehrt Integrierte Services nach“, kommentiert Thomas Ball, Studienautor und Consultant bei Lünendonk, die aktuelle Dynamik im Markt. „Unternehmen, die ein breites Leistungsportfolio mit hoher Eigenleistungstiefe offerieren, bieten einen zusätzlichen Mehrwert.“

 

Friedrich P. Kötter 1. Vizepräsident der CoESS

Auf der Jahresmitgliederversammlung der Confederation of European Security Services (CoESS) am 10. Oktober 2014 in London, wurde Friedrich P. Kötter, Vizepräsident des BDSW, zum 1. Vizepräsidenten der CoESS gewählt. Herr Kötter arbeitet bereits seit vielen Jahren aktiv im Vorstand des europäischen Dachverbandes der privaten Sicherheitsdienste mit. Er leitet den Arbeitskreis Airport Security der CoESS. Durch seine Mitarbeit im Präsidium wird Herr Kötter die deutschen Erfahrungen stärker als bisher in den europäischen Meinungsbildungsprozess einbringen. Der bisherige und langjährige Präsident der CoESS, Marc Pissens wurde als Präsident wieder gewählt. 2. Vizepräsident wurde der Spanier Javier Tabernero. Er ist beim größten spanischen Sicherheitsunternehmen Prosegur für den Bereich Europa zuständig.

Herr F. P. Kötter

Die CoESS wurde im Jahre 1989 in Rom gegründet. Der BDSW war eines der 6 Gründungsmitglieder. Der damalige Präsident des BDSW, Frank Mauersberger, war der erste Vizepräsident. Die CoESS vertritt heute die nationalen Sicherheitsverbände aus insgesamt 24 Ländern, davon sind 19 Mitgliedsstaaten der EU. In 60.000 Sicherheitsunternehmen arbeiten 2,2 Mio. Beschäftigte. Die europäischen privaten Sicherheitsdienste erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von schätzungsweise 35 Mio. Euro.

ZVEI-Podiumdiskussion „Vernetze Sicherheit“

GIT SICHERHEIT moderiert auf der Security

Die aktuelle Vernetzungsdebatte ist beindruckend. Schlagworte wie Smart Home, Gebäudeautomation und Heimvernetzung deuten alle in die gleiche Richtung. Geräte aller Art werden verbunden. Das schafft Effizienz und spart zugleich Energie. Die Sicherheitstechnik fügt sich in diese Vernetzung ein. Die IP-Vernetzung von GMA ist zu einem wichtigen Techniktrend geworden. In der heutigen Diskussion wollen wir Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Regeln – möglicherweise auch kontrovers – erörtern. Dazu diskutierten auf der „Security“ im Forum Halle 5 am 25. September 2014 folgende Experten:

  • Norbert Stühmer, BOSCH Sicherheitssysteme,
  • Vorsitzender der ZVEI-Fachgruppe „Vernetzte Sicherheit“,
  • Joachim Ledermann, Systemberater Gebäudeautomation, WAGO Kontakttechnik Minden,
  • Peter Kaiser TGA-Planer (Techn. Gebäude Ausrichtung) Kaiser GmbH Forchheim und
  • Jens Wiesner Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Bonn.

Nach kurzen Statements wurde von Moderator Heiner Jerofsky GIT SICHERHEIT die Diskussion eröffnet. Schwerpunkte waren folgende Fragen:

  1. Was ändert sich konkret durch die Vernetzung der Sicherheitstechnik; wo sieht man bereits erste Beispiele?
  2. Im IP-fokussierten Office-Bereich sind Sicherheitsprobleme keine Seltenheit. Welche neuen Herausforderungen treten entsprechend in der Sicherheitstechnik auf; können wir uns Vernetzung angesichts der hohen Schutzziele leisten?
  3. Vernetzung bringt auch neue Player auf den Markt. Google steht beispielsweise mit neuen Rauchwarnmeldern bereit. Was bedeutet das für die vernetzte Sicherheitstechnik und die Sicherheit der Vernetzung? Kurz: Wohin geht die Reise?

Dazu einige Standpunkte der Teilnehmer:

Norbert Stühmer betonte u.a., dass man mit IP-Vernetzung ganz andere Möglichkeiten habe aber immer noch gibt es Grenzen durch Normen und Richtlinien. Die ZVEI-Fachgruppe „Vernetzte Sicherheit“ versucht Wege aufzuzeigen, wie dies überwunden werden kann. Auch andere Institutionen, wie VdS und VDI befassen sich mit dieser Thematik.

Peter Kaiser berichtet aus seinen Erfahrungen mit Kundenwünschen. Mittlerweile treffen zwei Welten aufeinander. Die Integration von Haustechnik und Sicherheitstechnik lässt sich nicht mehr aufhalten. Die iPhon- und Android-Generation erwartet das. Auf der ehemaligen Elektroinstallationsseite sind wir darauf aber noch nicht vorbereitet. Dort gibt es deutlich fachliche Probleme. Aber auch auf der Herstellerseite ist man noch nicht wirklich darauf eingestellt. Das ist aber auch eine Chance für die Unternehmen, die sich darauf einlassen.

 Joachim Ledermann betont, das aus seiner Sicht ist es schon seit Jahren ein Standard, dass IP-Netze und Gebäudeautomation in einem Satz genannt werden. Das hängt mit der attraktiven Wirtschaftlichkeit und mit der einfachen Integration dieser Systeme zusammen. Andererseits verlangt die VDI 3813/14 Energieeffizienz, die durch die Minimierung der Standby-Verluste erreicht werden könnten.

Jens Wiesner sieht große sicherheitstechnische Herausforderungen, dennoch ist es ein Trend, dem man sich nicht verschließen kann. Die Vernetzung von Sicherheitstechnik wird nicht zu verhindern sein, also müssen wir es versuchen zu steuern. Die Gefahr besteht, dass die gleichen Fehler, die bei der Industriesteuerung gemacht wurden, hier wieder gemacht werden.

Die lebhafte 45-minutige Diskussion vor zahlreichem Publikum zeigte, dass das Thema „Vernetzte Sicherheit“ hoch aktuell ist, das noch viele Fragen ungeklärt sind und noch erheblicher Handlungs- und Schulungsbedarf besteht. Auch ist die Frage noch offen, was mit der Normenwelt geschieht. Wir werden die Entwicklung weiter beobachten, denn es bleibt auf jeden Fall spannend.

 

Neue Brandschutzbeauftragte

Wer gerade erfolgreich seine Schulung hinter sich gebracht hat und zurück im Betrieb seine Aufgabe als neuer Brandschutzbeauftragter angeht, merkt oft: In der Praxis ist alles oft noch etwas schwieriger als in der Theorie und im Kurs! Überzogene Erwartungen, widersprüchlich-verwirrende Informationen und Strukturen, eingefahrene Routinen und Widerstände können frischgebackenen Brandschutzbeauftragten das Leben schwer machen. Worauf kommt es an? Was brauche ich unbedingt? Wo muss ich besonders aufpassen? Das Buch „Neu als Brandschutzbeauftragter“ hilft, das in der Ausbildung Gelernte in die betriebliche Realität umzusetzen. Es ist ein roter Faden, an dem sich frisch ausgebildete Brandschutzbeauftragte orientieren können, damit sie die richtigen Prioritäten setzen und nach und nach die Aufgaben angehen und erledigen, ohne wichtige Aspekte zu übersehen. Die durchgehend aus Praktikersicht geschriebenen Kapitel machen es jedem Einsteiger leicht, rasch in seine neue Tätigkeit als Brandschutzbeauftragter hineinzuwachsen. Lebensnahe Beispiele und witzige Cartoons sorgen dafür, dass der Spaß an der Lektüre nicht zu kurz kommt!

Muster-Checklisten helfen dem Brandschutzbeauftragten, bei der Organisation seiner Arbeit an alles Wichtige zu denken. Kleine Piktogramme neben dem Text machen den Leser aufmerksam auf wichtige Hinweise, Tipps für die Praxis, Rechtstexte oder weiterführende Informationsquellen. Der Autor, Klaus Meding, bildet seit einigen Jahren in seiner eigenen Firma Brandschutzbeauftragte aus. Empfehlenswerte Lektüre auf 88 Seiten, erschienen im ecomed SICHERHEIT, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH für 24,99 EUR; ISBN 978-3-609-61939-2.