Private Sicherheit stärken

Deutschland ist vielfältigen Gefahren durch Kriminalität, Terrorismus, Cyberattacken, Sabotagehandlungen und Spionageangriffen ausgesetzt. Diesen Gefahren kann nicht allein durch staatliches Handeln zur Gefahrenabwehr begegnet werden. Bereits heute leisten fast 190.000 private Sicherheitsdienste einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit Deutschlands – zur Stärkung sind diese aber auf die Unterstützung durch Staat und Wirtschaft angewiesen.
Neben den hauptsächlich die Wirtschaft betreffenden Problemen der Bedrohung durch Spionageangriffe oder Sabotagehandlungen, steht Deutschland zurzeit vor einer weiteren großen innenpolitischen Herausforderungen. Der erneute Anstieg der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr war nicht nur in den Medien ein zentrales Thema der letzten Wochen, sondern auch auf der Klausurtagung der Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD Mitte April. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann sprach von einer „nationalen Aufgabe“, sein Kollege von der CDU, Volker Kauder, von einem „zentralen Thema“. Vor diesem Hintergrund sind die angekündigten Maßnahmen, der steuerlichen Absetzbarkeit von Sicherheitstechnik, völlig unzureichend. Der Branchenverband BITKOM veröffentlichte ebenfalls Mitte April eine Studie, wonach jedes zweite deutsche Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden sei. Der entstandene Schaden für die deutsche Wirtschaft beläuft sich auf 51 Mrd. Euro. Hinzu kommen die zahlreichen Attacken auf Flüchtlingsheime. Die Bedeutung enger Kooperationen zwischen staatlichen und qualifizierten privaten Sicherheitsakteuren nimmt so genauso kontinuierlich zu, wie der Einsatz von Sicherheitstechnik.
Derzeit schützen bundesweit ca. 65.000 private Sicherheitskräfte Unternehmen aus Industrie und Mittelstand. Etwa 16.000 sorgen dafür, dass Flugpassagiere und Gepäck sicher ihr Ziel erreichen und 15.000 Sicherheitskräfte schützen Liegenschaften von Staat, Wirtschaft und Bürgern. Weitere 12.000 sorgen bei Großveranstaltungen für einen sicheren und störungsfreien Verlauf und ca. 11.000 Sicherheitskräfte sorgen täglich für eine ungestörte Bargeldversorgung in Deutschland.
Durch eine Tarifpolitik mit Augenmaß – trotz nachhaltiger Streiks an Flughäfen – hat die Sicherheitswirtschaft mittlerweile ein Lohnniveau geschaffen, was die eingeforderten Qualitätsverbesserungen rechtfertigt und zugleich honoriert. Für mehr Qualität in der Sicherheitsbranche sind aber auch weitere Faktoren – vor allem die Bereitschaft der Kunden, die Qualitätsanstrengungen ebenfalls entsprechend zu honorieren -maßgebliche. Speziell für die öffentliche Auftragsvergabe muss die Bunderegierung schnellstens ein neues Vergaberecht schaffen, das verbindlich Qualitätskriterien in den Mittelpunkt der Auftragsvergabe stellt. Es darf nicht – wie bisher regelmäßig – die Qualität der Leistung in den Hintergrund rücken, weil nur der billigste Anbieter zum Zuge kommt.
Traurige Ereignisse, wie die Übergriffen in nordrheinwestfälischen Asylbewerberheimen oder die Love-Parade, machen leider immer wieder deutlich, dass es der Gesetzgeber in den letzten 10 Jahren versäumt hat, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Sicherheitswirtschaft in Deutschland an die rasante Entwicklung der Aufgabenwahrnehmung anzupassen. Der gewerbsmäßige Schutz von Leib, Leben und Eigentum in Deutschland darf nicht einem weitgehend unregulierten Wettbewerb überlassen werden.
Die aktuelle Gefahrenlage durch Kriminalität, Terrorismus und Cyberattacken erfordert eine engere Kooperation von Sicherheitsbehörden und Sicherheitswirtschaft zur Gefahrenabwehr und Präventionsarbeit. Hierzu bedarf es dringend eines neuen rechtlichen Rahmens, um die private Sicherheitssäule innerhalb der Sicherheitsarchitektur in Deutschland – speziell zur Präventions- und Gefahrenabwehr – zu stärken.

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Einsatz für Compliance

Die vom Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen e.V. (AKG) verliehene Dr. Sigurd-Pütter Verdienstmedaille geht in diesem Jahr an Birgit Galley, Direktorin der School of Governance, Risk & Compliance (School GRC). Mit dieser Auszeichnung soll deren jahreslanges Wirken zu Gunsten von Compliance in Deutschland gewürdigt werden. Birgit Galley leitet seit über zehn Jahren den Teil der privaten, staatlich anerkannten Steinbeis-Hochschule Berlin, der nebenberuflich Fach- und Führungskräfte mit einem speziellen MBA-Programm in Compliance trainiert und gegen Wirtschaftskriminalität stark macht. Sie ist Gründungsmitglied des seit 2012 bestehenden Deutschen Instituts für Compliance e.V. (DICO) und hat Vertreter namhafter Firmen dafür gewonnen. Birit Galley leitet die School of Criminal Investigation & Forensic Science, ein Forschungs- und Ausbildungsinstitut für Kriminalistik der privaten anerkannten Steinbeis-Hochschule Berlin.

Birgit Gallay

Sie verantwortet den seit 2012 in Deutschland laufenden Kriminalistik-Masterstudiengang und bildet Fach- und Führungskräfte auf hohem Niveau mit engem Praxisbezug aus und fort (Wir haben darüber berichtet). Die Würdigung ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro versehen. „Dieses Geld werde ich wieder in Aus- und Weiterbildung investieren und einem/r Studierenden eine MBA-Ausbildung in der Spezialisierung Compliance und Wirtschaftskriminalität an der School GRC erleichtern“ bedankt sich Birgit Galley bei den Stiftern. Die Preisverleihung fand am 22. April während des öffentlichen Teils der 9. Mitgliederversammlung des AKG statt. Die Laudatio für Birgit Galley hielt Dr. Hans Joachim Marschdorf, einer der ersten Wirtschaftsprüfer in Deutschland, die sich auf Betrugsermittlungen spezialisiert haben. GIT SICHERHEIT gratuliert dieser ausgewöhnlichen und sehr engagierten Frau.

bvfa auf der Interschutz

Auf der Interschutz vom 8. bis 13. Juni in Hannover gibt es viel zu entdecken. Wenn die alle fünf Jahre stattfindende Messe ihre Türen öffnet, zeigt der bvfa zusammen mit Mitgliedsunternehmen die aktuellen Entwicklungen und künftigen Herausforderungen im Brandschutz auf. Auf dem 500 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand B28 in Halle 13 können die Messegäste folgende Aussteller besuchen: BASF Personal Care and Nutrition GmbH, Bavaria Brandschutz Industrie GmbH & Co. KG, Calanbau Brandschutzanlagen GmbH, Caverion Deutschland GmbH, D.H.W. Schultz & Sohn GmbH, FLN Feuerlöschgeräte Neuruppin Vertriebs GmbH, Jomos EuroSprinkler AG, Mecon GmbH, Minimax Viking GmbH, Reliable Fire Sprinkler GmbH, Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH Geschäftsbereich System Virotec und Stöbich Brandschutz GmbH.
Neben Ständen mit Informationsmaterialien, Publikationen und Positionspapieren sowie Treffpunkten zum Dialog hat der bvfa diesmal auch eine Aktionsfläche auf dem Stand aufgebaut, um die Kampagne „Pro Aufladelöscher“ für die Besucher erlebbar zu machen und Wissenswertes über den Profi-Löscher der Feuerwehr zu vermitteln. Wie lebensnotwendig eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall ist, zeigt der messebegleitende Branchentreff „Vorbeugender Brandschutz“ mit dem gleichnamigen Fachforum in Halle 13, das der bvfa als Partner unterstützt. Experten aus unterschiedlichen Bereichen decken in ihren Vorträgen Brennpunkte auf und zeigen Wege für mehr Sicherheit in den unterschiedlichen Einsatzgebieten. Im Rahmen der Vortragsreihe findet am 9. Juni um 16:30 Uhr das „2. Experten-Forum“ des bvfa statt. Unter dem Titel „Scheitert Brandschutz an der Altersgrenze?“ hinterfragen Fachleute und Brancheninsider, wie es um die Sicherheit in Deutschlands Senioren- und Pflegeeinrichtungen bestellt ist und welche technischen Brandschutzvorkehrungen heute bereits einsatzfähig sind. „Wir wollen im Brandschutz etwas bewegen – und würden uns daher sehr freuen, möglichst viele Interessierte auf der Interschutz begrüßen zu dürfen. Unser Ziel ist es, gemeinsam über die wichtigen Fragen der Zeit zu sprechen und vor allem: Antworten zu geben, damit der Sicherheitsstandard immer besser wird“, so bvfa-Geschäftsführer Dr. Wolfram Krause.

Auf die Wartung kommt es an

10 % aller Großbrände in Unternehmen geschehen trotz vorhandener Brandschutzanlagen – Grund sind oft Fehler bei Wartung und Überprüfung. Selbst perfekt geplante und installierte Brandschutzanlagen können durch Alterungsprozesse sowie die alltäglichen atmosphärischen und betrieblichen Einflüsse ihre Funktionsfähigkeit einbüßen. Verrostete Pumpen, verstopfte Rohre, verschmutzte Melder und korrodierte Leitungen bedeuten im Ernstfall eine erhebliche Gefahr – bis hin zur vollständigen Verhinderung des Detektions- und Löschvorgangs. Die Großschadenstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigt, dass 10% der gravierendsten Brände in Unternehmen trotz vorhandener Schutzanlagen geschehen.
Für die zuverlässige Rettung von Menschenleben wie auch für die Sicherung ganzer Standorte muss ein mögliches Versagen der Technik frühzeitig erkannt und vor allem beseitigt werden. Um die verantwortlichen Experten bei dieser brisanten Aufgabe zu unterstützen, veranstaltet VdS, Europas Nummer Eins-Institut für Brandschutz, zum bereits achten Mal die Fachtagung „Kontrolle und Wartung von Brandschutzanlagen“. Die gewohnte Vielzahl von Vortragenden aus verschiedensten Fachrichtungen diskutiert am 18. Juni in der Kölner Innenstadt aktuelle anlagenspezifische Regularien und zeigt typische Beispiele sowie Problemlösungen aus der Praxis auf. Themenschwerpunkte liegen auf den in einem umfassenden Brandschutzkonzept obligaten Brandmelde-, Feuerlösch-, Sprachalarm- sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen.

Wartung

Bild: Mit seinen in weit über 100 Jahren Prüf-Erfahrung gewonnenen Erkenntnissen unterstützt VdS auf der 8. Tagung „Kontrolle und Wartung von Brandschutzanlagen“ die Fachwelt.

„Die starke Schutzwirkung automatischer Brandschutztechnik resultiert vor allem aus ihrer ständigen Einsatzbereitschaft und ihrer sofortigen Reaktion im Ernstfall“, betont Hardy Rusch, Leiter der Abteilung Risikomanagement bei VdS und Moderator der Fachtagung. „Wir vermitteln unsere Erkenntnisse aus weit über 100 Jahren Prüftätigkeit gern an die verantwortlichen Experten, damit diese den optimalen Schutz ihrer Kollegen und ihrer Standorte sicher gewährleisten können.“
Alle Infos zur Fachtagung unter: http://www.vds.de/kontrolle15.

Veranstaltungssicherheit

Koordinatoren sind ein wichtiger Bestandteil einer sicheren und erfolgreichen Veranstaltung. Dies machen einige Bundesländern bereits deutlich, indem sie in Leitfäden und Orientierungsrahmen Personen fordern, welche die an einer Sicherheitsplanung Beteiligten koordinieren. Der TÜV Süd führte die erste 5-tägige Ausbildung im Bereich der Veranstaltungssicherheit durch und setzte er auf ein renommiertes Expertenteam aus dem Verbund der Vabeg® Eventsafety Deutschland. Der Geschäftsführer Michael Öhlhorn erarbeitete dazu mit dem bekannten Rechtsanwalt Thomas Waetke, sowie den beiden Praxisexperten Friedrich Baer und Manuel Weiskopf, ein aktuelles und praxisgerechtes Seminar zu diesem sehr umfangreichen Themengebiet. Vom 23. – 27. Februar fand der erste Durchgang in Stuttgart-Filderstadt mit 6 Teilnehmern statt. Da die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Branchenbereichen (Genehmigungsbehörde, Ingenieurbüro, Veranstaltungstechnik, Betreibervertreter, Feuerwehr, Management) kamen, wurden die Referenten sowie das Konzept auf eine Bewährungsprobe gestellt, welche mit Erfolg bestanden wurde. Alle 6 Teilnehmer haben eine 90 minütige schriftliche Prüfung erfolgreich abgelegt. Insgesamt war das Teilnehmer-Feedback positiv, und gerade die Praxisnähe der Referenten und der Beispiele wurden deutlich hervorgehoben. Den frischgebackenen ersten Planungskoordinatoren für Veranstaltungssicherheit wünschte der TÜV Süd sowie die Vabeg viel Erfolg für die Zukunft. Auch wird angestrebt, die Teilnehmer nach einem Jahr wieder zu treffen, um die gemeinsamen Erfahrungen und Änderungen auszutauschen.

Vabeg Teilnehmer

Die ersten Teilnehmer und Michael Ölhorn (1. von links) bei der Ausbildung zu Planungskoordinatoren für Veranstaltungssicherheit

Den Brandschutz im Fokus

Der BHE-Fachkongress Brandschutz bleibt ein Hotspot der Brandschutzbranche. Die Veranstaltung am 24./25. März 2015 in Fulda war mit rund 450 Teilnehmern erneut restlos ausgebucht. Viele Interessenten erhielten aufgrund der großen Nachfrage keinen Platz mehr. Zu einem hochkarätigen Vortragsprogramm bot der BHE eine attraktive Fachausstellung und somit beste Möglichkeiten, sich im Bereich des Brandschutzes auf den neuesten Stand zu bringen.

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In 18 praxisnahen Vorträgen vermittelten fachkundige Referenten ihr Expertenwissen und präsentierten neben verfügbaren und bewährten Lösungen auch aktuelle Trends und neueste Techniken aus den Bereichen Brandmeldetechnik, Sprachalarmierung, Rauch- und Wärmeabzug sowie Flucht- und Rettungswege. Durch die vortragsbegleitende Ausstellung bestanden direkte Kontaktmöglichkeiten zu namhaften Anbietern von Brandschutzlösungen. Kongress-Teilnehmer konnten sich vor Ort ausführlich von den 36 ausstellenden Firmen beraten lassen und modernste Techniken in Augenschein nehmen.

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Am zweiten Tag wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Fernzugriff/Fernservice von Brandmeldeanlagen“ abgerundet. Die Anwesenden debattierten über Möglichkeiten und Grenzen der innovativen Technik und thematisierten die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die zahlreichen Wortmeldungen aus den Reihen der Zuhörer belebten die intensive Podiumsdiskussion.

Nähere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie beim BHE oder im Internet unter www.bhe.de.