Umsätze im Sicherheitsmarkt – Branche übertrifft Erwartungen

Der Markt für elektronische Sicherheitstechnik zeigt ein beachtliches Wachstum. Die Umsätze stiegen alleine im Jahr 2016 um satte 6,2 Prozent. Der Wert liegt damit deutlich über der noch im Herbst prognostizierten Zunahme von 4,9 Prozent. Die Ergebnisse stammen aus einer aktuellen Markterhebung des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.. Die Sicherheitsanbieter sind mit der Entwicklung und der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Dies zeigte bereits die Frühjahrs-Konjunkturumfrage des BHE.

Besonders starke Zuwächse von jeweils 8 Prozent konnten die Einbruchmeldetechnik und die Video-Sicherheitssysteme verzeichnen.

Gerade die Einbruchmeldetechnik profitiert seit Jahren von einer positiven Nachfrage-Entwicklung des Privatmarktes. „Bei den Bürgern steigt das Sicherheitsbedürfnis, gleichzeitig wirkt sich die Förderung der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) sehr positiv aus“, erklärt Norbert Schaaf, Vorstandvorsitzender des BHE. Alleine in 2016 wurden von der KfW mehr als 40.000 Zuschussanträge für Einbruchschutzmaßnahmen gewährt und somit rund 50.000 Wohneinheiten mit Sicherungstechniken ausgestattet.

Immer mehr Bürger lassen zudem Video-Technik installieren. Auch in Betrieben, behördlichen Einrichtungen oder auf öffentlichen Plätzen wird verstärkt auf Kameras gesetzt. „Das Image der Videoüberwachung hat sich in den letzten Jahren verändert“, so Dr. Urban Brauer, Geschäftsführer des BHE. „Durch die angespannte Sicherheitslage findet die Video-Überwachung gerade im öffentlichen Bereich eine höhere Akzeptanz und wird als wichtiges Instrument der polizeilichen Aufklärungs- und Präventionsarbeit verstanden“, so Brauer weiter. Die Aussichten für Video-Sicherheitsanbieter sind positiv. Die Bundesregierung hat erst kürzlich eine bundesweite Ausweitung der Videoüberwachung beschlossen und im neuen Bundesdatenschutzgesetz mehr Freiräume für deren Einsatz und Zulässigkeit verankert.

Auch die Brandmeldetechnik befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die Sparte konnte ihren Gesamtumsatz auf 1,805 Mrd. EUR steigern. Dies entspricht einem Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2015. Durchaus positiv entwickelt haben sich auch die Sprachalarmsysteme (+ 5,3 Prozent) und Zutrittssteuerungssysteme (+ 4,8 Prozent).

Werbeanzeigen

Kommunikation unter Fachleuten – Nachlese vom VfS-Kongress 2017 am Templiner See

Der bei Fachleuten viel beachtete Kongress am 9. Und 10. Mai 2017 in Potsdam stand in diesem Jahr unter dem Motto „Vernetzung für die Sicherheit“. GIT SICHERHEIT war vor Ort. Die Vernetzung der Sicherheit wird immer bedeutender in einer globalen Welt. Terroranschläge in allen Teilen der Welt, Cyberkriminalität, Industriespionage oder auch einfach nur die mit immer mehr Brutalität ausgeführten „alltäglichen“ Verbrechen begleiten uns Tag für Tag.

 Begrüßung und Gedenken

Geschäftsführer Wilfried Joswig begrüßte die Teilnehmer und bat um eine Gedenkminute für den im April verstorbenen langjährigen Geschäftsführer Peter Reithmeier (wir haben darüber berichtet). Seit der Gründung hatte er sich mit viel Engagement, Beständigkeit und Freude dem Aufbau und der Entwicklung des Verbandes gewidmet. Auch wir haben ihn als verlässlichen, charmanten und weltoffenen Menschen kennengelernt. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Kongress-Programm

Wilfried Joswig das umfangreiche Konferenzprogramm, das mit 28  Experten aus Industrie, Forschung und Verwaltung in drei parallel laufenden Panels das Thema Sicherheit in globalen und technischen aber auch anwenderbezogenen Vorträgen beleuchtet. Er dankte den Referenten, Moderatoren, Ausstellern und seinem Team.

Auf dem diesjährigen VfS-Kongress wurden neben aktuellen Security-Themen auch bei Vorträgen Thematiken, die aus der Sicherheitsbranche nicht mehr wegzudenken sind, wie z. B. Zutrittskontrolle, Videotechnik, Perimetersicherung, kritische Infrastruktur, Gefahrenmanagementsysteme, u.v.m. präsentiert. Die vielfältigen Referate boten vielfältige Anregungen und kreative und praktikable Lösungsvorschläge für die fast 500 Teilnehmer.

Eröffnungsvortrag

Schon das erste Referat war ein Highlight:

  • Jörg Ziercke, Präsident des BKA a.D., sprach vor vollem Plenum zum Thema Internationaler Terrorismus – Wie bedroht ist Deutschland wirklich?

Zu dem Netzwerk islamischer Terrorismus gehören Hunderte von Terrororganisationen auf der ganzen Welt. Diese Entwicklung ist immer noch nicht zu Ende. Europa muss was zurückgeben und massiv in Infrastruktur investieren, denn Terrorismus hat regionale Ursachen.

Zur Lage gab er an, dass in Deutschland 650 Gefährder leben und ca. 400 Verdachtsfälle bekannt sind. 100 Personen sind zurzeit in Haft, 280 Personen sind Rückkehrer aus Syrien und ca. 140 Personen aus Deutschland sind bisher im Nahen Osten zu Tode gekommen. Gegen ca. 1.000 Personen laufen derzeit Ermittlungsverfahren. Das Potenzial von Islamisten ist sehr hoch und ist polizeilich nicht immer in den Griff zu bekommen. Von allen weltweit zu beklagenden Opfern sind 97% muslimischen Glaubens.

In dem Gemeinsamen Terrorismuszentrum (GTAZ) in Berlin sind 40 Sicherheitsbehörden unter einem Dach. Dort finden tägliche Lagebesprechungen, Gefährdungsbewertungen und Strukturanalysen statt und eine bundesweite Terrordatei wurde geschaffen.

Weiter berichtete Ziercke über Rechtsradikalismus, dem 21.000 Personen zugerechnet werden, 10.200 Personen davon mit Gewaltpotenzial aber bisher keine Hinweise auf rechtradikale Organisationen in Deutschland.

Zum Linksradikalismus führte er aus, dass diesem Bereich ca. 27.700 Personen zugerechnet werden, 7.000 mit Gewaltpotenzial.

Zum Schluss gab er einen Überblick über die Kriminalität in Deutschland anhand der Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (wir haben darüber berichtet). Im Jahr 2016 wurden 6,37 Mio Straftaten gemeldet bei 56,2 % Aufklärung. Die Gewaltdelikte haben um 6,7 % zugenommen auf 193.542 Fälle und es laufen zurzeit 566 OK-Verfahren.

Hier weitere Beispiele aus der Palette der angebotenen Vortragsthemen:

  • Bunt wie ein Chamäleon – Angriffsmöglichkeiten im Bereich von RFID und Zutrittskontrollsystemen, Dr.-Ing. David Oswald, Kasper & Oswald GmbH, Bochum
  • Gemeinschaftsunterkünfte für Zuwanderer sicher gestalten, Kriminaldirektorin Rita Salgmann, Leiterin der Zentralstellen Gewalt, Eigentum, Prävention und Jugendsachen im LKA Niedersachsen, Hannover
  • Globales Netzwerk für Sicherheit – Normung und Standardisierung, Detlef Desler,  Abteilungsleiter TA 2, DIN – Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin
  • Bedrohung von Anlagen und urbanen Räumen durch Drohnen, Dr.-Ing. Lars Rüdiger, Universität der Bundeswehr München
  • Die Anforderungen an die Objektversorgung aus Sicht der Feuerwehr, Andreas Bierfert, Feuerwehr Köln
  • Datenschutz-Grundverordnung, Carolin Rubel, DID Dresdner Institut für Datenschutz, Dresden
  • Drohnen Detektions- und Abwehrlösungen im harten, unabhängigen Vergleichstest – Eine Standort-Bestimmung verbunden mit einem Ausblick auf kommende Entwicklungen und Empfehlungen, Markus Piendl, Sachverständigenbüro Markus Piendl, München
  • Die gestohlene Identität als Basis krimineller Aktivitäten Holger Berens,  Leiter Kompetenzzentrum Internationale Sicherheit der Rheinischen Fachhochschule Köln gGmbH, Köln
  • IT-Sicherheit in Eingebetteter Hardware des IoT Internet of Things, Dr.-Ing. Johann Heyszl, Fraunhofer-Institut AISEC, Garching b. München
  • Moderner, wirksamer Einbruchschutz aus kriminalpolizeilicher Sicht, Dipl.-Verw. Heiner Jerofsky, Kriminalrat a.D., Schriftleiter der GIT SICHERHEIT,
  • Die Forensische Anstalt im Spannungsfeld von Sicherheit und Behandlung: Ein Erfahrungsbericht, Rat Dr. Martin Kitzberger, Justizanstalt Linz, Leiter Forensisches Zentrum Asten
  • Abwehr von fliegenden Objekten sowie Einwurfgegenständen: Ein Erfahrungsbericht, Marcel Ruf, JVA Lenzburg, Schweiz
  • Neue Herausforderungen für die Sicherheit im Strafvollzug: Drogen (Spice) – Islamistischer Terrorismus – Psychisch auffällige Gefangene, Ministerialrat Wolfgang Suhrbier, Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin
  • Datenschutz und Videoüberwachung im betrieblichen, öffentlichen und im privaten Bereich Was kommt? Was bleibt? Was ist zu tun? Gerd Schmidt,  Datenschutz Schmidt GmbH & Co. KG, Lauf
  • Service und Sicherheit in der Forensischen-Klinik Hall/Tirol:  Äußere und Innere sowie Organisatorische Sicherheit, Jürgen Schreiber MSc, Tirol Kliniken GmbH, Innsbruck
  • Sicherheit und Convenience – Einsatzmöglichkeiten von Keystroke Dynamics beim Zutritts- und Berechtigungsmanagement, Sebastian Mayer, BehavioSec GmbH, Merseburg
  • IoT / Industrie 4.0 und Sicherheit, wie geht das? Kerstin Ehret, alpha 2000 GmbH, Leipzig
  • Neufassung VOB 2016: Wissenswertes für eine erfolgreiche Ausschreibung, Dr. Michael Terwiesche, GTW Anwälte für Bau- und Immobilienrecht, Düsseldorf
  • Building Information Modeling, aktueller Stand, Entwicklung, Markus Groben,  Groben Ingenieure GmbH, Höhenkirchen-Siegertsbrunn
  • Assistenzsystem zur situationsbewussten Abwehr von Gefahren durch UAS (Unmanned Aerial Systems), Dr. Gunther Grasemann, Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik u. Bildauswertung IOSB, Karlsruhe
  • Darknet & Deep Web beinhalten 90 % der Informationen im Internet: Beispiele und Gefahren, Michael Babylon, euromicron Deutschland GmbH,  Neu-Isenburg
  • Podiumsdiskussion zu Building Information Modeling,  aktueller Stand, Entwicklung, Markus Groben, Groben Ingenieure GmbH, Höhen kirchen-Siegertsbrunn
  • Die sichere und faire Integration von Drohnen in das Luftverkehrssystem. Machbar oder unlösbar? Eine Betrachtung aus Sicht der DFS Thilo Vogt, DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Langen
  • Auswirkungen der angekündigten 3. Neuausgabe der DIN EN 50518 für Betreiber von Leitstellen, Dipl.-Ing. Harald Mebus, VdS Schadenverhütung GmbH, Köln
  • Social Media Monitoring: Erfolgreiche, zielgerichtete Prävention durch Umfeldbeobachtung? Alexander B. Krause MSc, Meta Oechtering Msci, German Business Protection GmbH, Berlin
  • Cloudlösungen für die Sicherheitstechnik? Lösungen oder Widerspruch? N.N.

E4  Bevölkerungsschutz und krisenkommunikation über gesicherte Medien im Zusammenspiel von Sicherheitsbehörden und Wirtschaftsunternehmen, Alexander Feldmann,  mecom Medien-Communikations- Gesellschaft mbH, Hamburg

  • Wirtschaftsgrundschutz, Lösungsansätze für kMUs Lisa Acker, ASW Bundesverband Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V., Berlin; Björn Schmelter, HiSolutions AG, Berlin

 Messe

In den Kommunikationspausen hatten die Besucher Zeit zum Erfahrungsaustausch und zu einem Gang über die begleitende Messe. Vertreten waren ca. 50 namhafte Anbieter von Sicherheitstechnik, Ingenieurbüros, Systemintegratoren und Dienstleister Lösungen zu den unterschiedlichsten Themen und Sicherheitsanforderungen.

Fazit

Der nunmehr bereits 9. VfS-Kongress war von Qualität und Umfang einer der Stärksten. Er war informativ und diente der Kommunikation unter Fachleuten. Dazu konnte auch eine Schifffahrt am Ende des ersten Veranstaltungstages auf dem Templiner See beitragen. Das war eine sehr gute Gelegenheit, Verständnis und Zusammenarbeit zwischen den Firmen und Anwendern zu pflegen sowie Kontakte zu vertiefen. Die Besucher, Aussteller und Referenten waren erneut mit dem VfS-Kongress sehr zufrieden, man hörte einhelliges Lob für die informative und gut organisierte Veranstaltung sowie das hohe Niveau der Fachvorträge.

Sicherheitsfachfirmen profitieren von BHE-QM-System

Seit 10 Jahren bietet die BHE-QM-Gruppenzertifizierung den angeschlossenen Unternehmen ein praxisnahes QM-System mit erheblichem Mehrwert.
Die sinnvolle Struktur des digitalen QM-Verfahrens erleichtert das Handling, reduziert den tatsächlichen Aufwand und ermöglicht so eine hohe Zeitersparnis.
Das gesamte System und sämtliche Vorlagen sind speziell auf die Sicherheitsbranche zugeschnitten. Somit werden branchenspezifische Themen und Fragen optimal berücksichtigt und beantwortet und interne Abläufe verbessert. Teilnehmen können Unternehmen, die bereits QM-zertifiziert sind oder eine Zertifizierung anstreben. Die BHE-QM-Gruppen stehen offen für Errichter, Planer, Hersteller sowie NSL-Betreiber. Mittlerweile profitieren deutlich über 400 Betriebe von den Leistungen der BHE-QM-Gruppenzertifizierung.

Anlässlich des 10. Geburtstags der BHE-Qualitätsmanagement-GmbH informierten sich rund 50 Teilnehmer auf einer Info-Veranstaltung am 20. Juni 2017 in Fulda über die zahlreichen Vorteile des BHE-QM-Gruppenzertifizierungsverfahrens.

Die Erfahrungsberichte zweier QM-Mitglieder schilderten die Unterschiede des BHE-QM-Systems zu anderen QM-Zertifikaten und die vielfältigen Hilfestellungen aus der Sicht der Praxis. Sie zeigten auch auf, dass Bedenken beim praktischen Einsatz von BHE-QM schnell ausgeräumt werden konnten.

Der ZQMB des BHE, Manfred Endt, informierte in seinen Vorträgen darüber, welche Betreuung das BHE-QM-System bietet, welche zusätzlichen Leistungen zur QM-Optimierung beitragen und wie die Aufnahme/Integration neuer Firmen abläuft. Der zuständige Auditor nahm Stellung zum BHE-QM-Verfahren aus Sicht des VdS und beantwortete zahlreiche Fragen der Teilnehmer. Er freute sich, die BHE-QM-GmbH für „10 Jahre zertifiziertes QM-System“ auszeichnen zu dürfen. In den Pausen präsentierten sich verschiedene Partner der BHE-QM-Gruppenzertifizierung in einer kleinen Ausstellung den interessierten Teilnehmern.

Detaillierte Informationen zum BHE-QM-Verfahren finden Interessenten unter http://www.bhe-qm.de.

50 Jahre Geldausgabeautomat

Vor 50 Jahren, am 27. Juni 1967, wurde im britischen Enfield der erste Geldausgabeautomat (GAA) in Betrieb genommen. Der Schotte Shepherd-Barron erfand diesen Automaten, der Schecks prüfen, entwerten und im Gegenzug Bargeld ausgeben konnte. Im Vorfeld hatte es in anderen Ländern zwar bereit erfolglose Versuche mit ähnlichen Maschinen gegeben, aber die Barclays Bank setzte dieses Gerät als erste Bank ein. Der GAA machte die Bargeldversorgung unabhängig von den Öffnungszeiten der Kreditinstitute und veränderte diese nachhaltig. „Die 11.000 Beschäftigten von Geld- und Wertdienstleistern sind tagtäglich im Einsatz, damit die bundesweit 60.000 Geldausgabeautomaten Euro-Banknoten zuverlässig und reibungslos ausgeben und die Kunden nicht vor leeren Automaten stehen“, so der Vorstandsvorsitzende der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste, Michael Mewes.

In Deutschland war die Kreissparkasse Tübingen ein Jahr später, am 27. Mai 1968, Vorreiter. Hier wurde der bundesweit erste Geldausgabeautomat aufgestellt. Die Bedienung war zunächst 1000 ausgewählten Kunden vorbehalten. Diese konnten bis zu 400 D-Mark abheben. Aber die Nutzung der Automaten gestaltete sich weitaus schwieriger als heutzutage. Es musste ein Spezialschlüssel für den Tresor, eine Identifikationskarte aus Plastik und Auszahlungsbelege in Form von Lochkarten mitgebracht werden, um einen Abhebung zu tätigen.

Die Versorgung der Geldausgabeautomat gehört zu einer der sichtbarsten Aufgaben von Geld- und Wertdienstleistern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BDGW Mitgliedsunternehmen transportieren in 2.500 Spezialfahrzeugen tagtäglich rund 3 Mrd. Euro und bearbeiten diese anschließend in den firmeneigenen Cashcentern – und das an sechs Tagen in der Woche. Durch diese Leistung ist Bargeld für den Konsumenten leicht und fast überall verfügbar. Auch für den Handel ist so das Bargeld immer noch das kostengünstigste Zahlungsmittel. „Wir tun alles für unsere Kunden, damit dies auch in den nächsten Jahren so bleibt“, so Mewes abschließend.

Perimetersicherung – BHE-Anwendersymposium

Was können Systeme zur Freigeländeüberwachung heute schon? Was leisten sie morgen? Mit diesen Leitfragen beschäftigte sich das Fach- und Anwendersymposium „Perimetersicherung – Insiderwissen“ des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. am 1. Juni 2017 in Bremerhaven. Die Veranstaltung – vom BHE zum ersten Mal durchgeführt – war mit rund 30 Teilnehmern ausgebucht und erhielt viel positives Feedback.

Die Anwender zeigten großes Interesse an dem attraktiven Thema, denn Maßnahmen zur Perimetersicherung sind ein wichtiger Bestandteil effektiver Sicherheitskonzepte für industriell und behördlich genutzte Flächen. Entsprechende Lösungen wurden gerade in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Neue, dynamischere Systeme sind am Markt verfügbar, erfordern allerdings auch einen höheren Konfigurationsaufwand und das Wissen um die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Techniken.

Die Veranstaltung sorgte für Aufklärung. Zwei praktische Anschauungsbeispiele zeigten die umfassenden Möglichkeiten der Freigeländeüberwachung. Die Teilnehmer lernten das Sicherheitskonzept des AutoTerminals Bremerhaven, den Nutzen und den geplanten Ausbau der Perimetersicherung kennen. Außerdem informierte ein Verteilnetzbetreiber über die aus seiner Sicht wichtigsten Aspekte der Areal dFreigeländeüberwachung. Die unterschiedlichen Detektionsverfahren wurden vorgestellt und einer Kosten-/Nutzenanalyse unterzogen. Im Anschluss führte eine Betriebsbesichtigung durch das Areal der BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG – Europas größter reederei-unabhängiger Container-Terminal- und Logistik-Gruppe.

Bild: Areal der BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG

Eine Round-Table Diskussion zwischen Referenten und Seminarteilnehmern zu aktuellen und künftigen Fragen der Perimetersicherung rundete die Veranstaltung ab.

Gerhard Ameis zum Vizepräsident des BDSW gewählt

Die Mitglieder des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) wählten im Mai in Berlin Gerhard Ameis, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft (NWS), ins Präsidium des einzigen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes der deutschen Sicherheitswirtschaft. „Ich freue mich sehr, dass mir die Verbandsmitglieder das Vertrauen aussprechen und mich zum Vizepräsidenten gewählt haben. Der BDSW bündelt und vertritt die Interessen von fast 980 Mitgliedsunternehmen, die für einen großen Teil der circa 265.000 Mitarbeiter und des Umsatzes von geschätzt 8,62 Milliarden Euro stehen“, so der frischgebackene BDSW Vizepräsident Gerhard Ameis. Private Sicherheitsdienstleister seien integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur Deutschlands. „Daher müssen wir gesellschaftspolitisch intensiver über die Rahmenbedingungen der Branche diskutieren! Auch dafür setze ich mich ein“, so Ameis weiter.

Gerhard Ameis ist Vorsitzender der Geschäftsführung der seit 1902 in Nürnberg ansässigen Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft. Er ist im Verbandswesen kein Unbekannter und verfügt über 15 Jahre Erfahrung in dieser ehrenamtlichen Tätigkeit. Neben seinem Engagement als Vorsitzender der Tarifkommission in Bayern ist er seit 2013 Vorsitzender dieser mit 105 Mitgliedern zweitstärksten Landesgruppe im BDSW. Als einer von sechs Vizepräsidenten setzt Ameis die gute Tradition des ältesten bayerischen Sicherheitsunternehmens fort und bringt sich aktiv für die Gestaltung der Rahmenbedingungen der privaten Sicherheitswirtschaft in Deutschland ein. „Wir übernehmen immer häufiger Sicherheitsaufgaben im öffentlichen Raum. Diese liegen zwar unterhalb hoheitlichen Handelns, sind aber sehr anspruchsvoll und fordern qualifizierte Sicherheitsmitarbeiter sowie rechtlich nachvollziehbare Rahmenbedingungen“, so Gerhard Ameis weiter. Daher sei es an der Zeit, dass Politik und Gesellschaft den Tatbestand der Fortschreibung des Programms Innere Sicherheit aus dem Jahre 2009 akzeptierten und private Sicherheitsakteure als Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur nicht nur anerkennen, sondern auch qualitätssichernde Maßnahmen ergreifen. „Auch aus diesem Grund stehe ich als Vizepräsident für den Wechsel der ministeriellen Zuständigkeit vom Wirtschafts- zum Innenministerium“, so Gerhard Ameis abschließend.

VdS-NSL: Jetzt sofortiger Polizeiruf möglich

Nahezu alle Landespolizeibehörden erwarten von Notruf- und Service-Leitstellen (NSL) die Durchführung einer sogenannten Alarmvorprüfung, bevor diese einen Alarm an die Polizei weiterleiten. Die Anforderung besteht vor allem wegen den vielen nicht VdS-konformen Einbruchmeldeanlagen (EMA), bei denen es u.a. aufgrund fehlender Zwangsläufigkeit oder nicht alltagstauglicher Detektoren zu zahlreichen Falschalarmen kommt. Deswegen musste bisher stets ein NSL-Mitarbeiter zum Alarmobjekt fahren und die Echtheit des Notrufs überprüfen. Erst dann durfte die Polizei verständigt werden – eine für alle (legalen) Seiten unbefriedigende Situation, die den Tätern wertvolle Zeit schenkte.

„Logischerweise ist Schnelligkeit ein entscheidender Faktor für das Stoppen von Kriminellen“, betont Sebastian Brose, stv. Abteilungsleiter Firmen und Fachkräfte bei VdS. Deshalb hat Europas Nr.1-Institut für Einbruchschutz gemeinsam mit der Polizei, Versicherern, Herstellern, Errichtern und Einsatzstellen eine die Abläufe enorm beschleunigende Lösung gefunden, die Sicherheitsverantwortlichen jetzt mit den neuen Richtlinien VdS 3145, „Alarmverifikation“, zur Verfügung steht. „Dank des neuen Standards darf nun eine Alarmverifikation direkt aus der NSL heraus vorgenommen werden, was die Erfolgsquote der Verbrecher massiv einschränken wird“, versichert Brose.

Leitstellenfoto Quelle: „NWS“

Kern der neuen VdS-Publikation ist die Alarmvorprüfung mittels elektronisch aus einem Einbruchmelde- und Videoüberwachungsanlagen-gesicherten Objekt übertragenen Bildmaterials. Wird auf einem gemäß vereinbartem Sicherungskonzept und festgelegter Auflösungsklasse qualifizierten Bild eindeutig eine Gefahrenlage erkannt, so gilt der Alarm als vorgeprüft und darf unverzüglich an die Polizei gemeldet werden. Die Einsatzkräfte in Blau können also ohne jeden zeitlichen Verzug reagieren und haben so beste Chancen auf eine schnelle Verhaftung.

Brose erklärt: „Die Richtlinien VdS 3415 sind das Bindeglied zwischen Einbruchmeldetechnik, Videoüberwachung und der NSL-seitigen Reaktion. Die Verknüpfung der Informationen aus den einzelnen Gewerken und die schnelle, qualifizierte Interpretation im Kontext bieten einen signifikanten Zusatznutzen: Das Ergebnis ist größer als die Summe seiner Teile. Wir freuen uns, dass wir es den Kriminellen wieder ein ganz entscheidendes Stück schwerer machen können.“