Lünendonk®–Studie 2017 Sicherheitsdienstleister

Die führenden Sicherheitsdienstleister wachsen im Durchschnitt um 16,7 Prozent und steigern damit nochmals das Rekordwachstum des Vorjahres. Grund hierfür ist die Sonderkonjunktur durch den Bewachungsbedarf von Flüchtlingsunterkünften. Mit dem jedoch zu erwartenden Rückgang dieses Sondereffektes tritt die Transformation des Sicherheitsdienstleistungs-Marktes wieder in den Vordergrund. Die zunehmende Bedeutung der Sicherheitstechnik und der Personalmangel fordern die Branche heraus.

Diese und weitere Ergebnisse enthält die aktuelle und nunmehr achte Lünendonk®-‐Studie 2017 „Sicherheitsdienstleister in Deutschland“. Sie steht ab sofort unter http://www.luenendonk-‐shop.de zum Download bereit.

Der Anteil der Studienteilnehmer, die Umsatz mit Sicherheitstechnik generieren, ist für das Geschäftsjahr 2016 auf 68 Prozent gestiegen. 2014 lag er noch bei nur 50 Prozent. Gleichzeitig steigt der Umsatz pro Projekt im Durchschnitt und die Eigenleistungstiefe nimmt zu. Drei Zeichen, die dafür sprechen, dass sich ein neues Geschäftsmodell zu etablieren beginnt, um die Möglichkeiten der Digitalisierung auch in der Sicherheitsbranche zu nutzen. Die umfassende Lünendonk®-‐Studie zum Markt für Sicherheitsdienstleistungen enthält daher erneut ein Sonderkapitel über die Bedeutung der Sicherheitstechnik für den Dienstleistungsmarkt.

Über gut ausgebildete Mitarbeiter zu verfügen, wird von Seiten der Anbieter zunehmend als Wettbewerbsvorteil erkannt. Damit einher geht die Bereitschaft, hierfür höhere Stundenverrechnungssätze zu akzeptieren, zum Teil deutlich oberhalb des Mindestlohns. „Die übliche Gegenbewegung, Personal durch Automatisierung respektive Technik zu ersetzen und somit den Kostenanstieg zu begrenzen, wird nicht greifen, solange Personal weiterhin begehrt ist und Rekrutierungsanstrengungen den Bedarf nicht decken können“, kommentiert Thomas Ball, Senior Consultant und Autor der Lünendonk®-‐Studie. „Die Technisierung führt indes zum Freisetzen von Personalkapazitäten, die es ermöglichen, die vorhandene Nachfrage besser zu decken.“

Die Umsätze der führenden Marktteilnehmer sind in der Breite deutlich gestiegen. Dies geht bei vielen Unternehmen auf Umsätze im Rahmen der Sonderkonjunktur zurück. Nur eine Minderheit von rund 20 Prozent der analysierten Unternehmen verzichtet aus unterschiedlichen Gründen auf Umsätze mit öffentlichen Aufträgen zur Bewachung von Unterkünften für Geflüchtete.  Dies gilt es bei dem Anstieg des Marktvolumens in den vergangenen zwei Jahren, das inzwischen bei 8,0 Milliarden Euro liegt, zu berücksichtigen. Die Zusatznachfrage wird derzeit oft über Nachunternehmen gedeckt.

Mit dem Wegfall respektive der Ausschreibung der bisher kurzfristigen Bedarfe wird der Preis wieder ein stärkeres Gewicht in der Vergabe erhalten. Dies wird aller Voraussicht zu sinkenden Margen und in den kommenden Jahren zur Beschleunigung der Marktkonsolidierung führen.

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Die faktische Aufhebung der Sicherheit

Stellungnahme des BHE zum Vorschlag des Bundesministeriums des Innern für die Innenministerkonferenz am 6./7.12.2017, die Hersteller von Alarm- und Sicherungsanlagen zu verpflichten, Ermittlungsbehörden für richterlich angeordnete Überwachungsmaßnahmen Zugang zu den Anlagenzentralen zu verschaffen, um diese unbemerkt überwinden zu können

Nach den dem BHE vorliegenden Informationen haben die Kriminalämter und Polizeibehörden der Länder in etwa 25 Fällen in den letzten Jahren Probleme gehabt, unbemerkt Überwachungstechnik in Fahrzeuge einzubauen. Nur in einer Handvoll weiterer Fälle war es den Polizeibehörden nicht gelungen, in Gebäude bzw. Wohnungen zwecks Anbringung genehmigter Überwachungstechnik wegen der dort installierten Alarmanlagen unbemerkt einzudringen. Der Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. vertritt nur Hersteller und Errichter von sicherheitstechnischen Anlagen, die in Gebäude eingebaut werden. Die Sicherung von Kraftfahrzeugen fällt nicht in den Organisationsbereich des BHE; dazu will und kann sich der BHE daher nicht äußern.

Die Verschaffung eines regelmäßigen Zugangs zu Alarmanlagen ist überhaupt nur möglich bei vergleichsweise neuen Anlagen, die über eine Online- oder Remote-Schnittstelle verfügen. Die meisten installierten Alarmanlagen sind aber älteren Datums und verfügen über eine solche technische Möglichkeit nicht.

Die Verschaffung eines regelmäßigen Zugangs zu Alarmanlagen, wo dies technisch möglich wäre, bedeutet die faktische Aufhebung der Sicherheit, die solche Anlagentechnik derzeit liefert. Denn einen derartigen Zugang softwaretechnisch zu schaffen, ist nicht in der Weise möglich, dass diese Schnittstelle nur von gerichtlich im Einzelfall zu ihrer Nutzung ermächtigten Polizeibehörden genutzt werden könnte. Eine solche Schnittstelle kann, ist sie überhaupt vorhanden, von jedem Hacker, der sie kennt oder findet, ebenfalls genutzt werden.

Die einfache und unbemerkte Überwindung der vorhandenen Zugangssperren wird deshalb derzeit bei Anlagen mit Online-Schnittstellen effektiv dadurch verhindert, dass jedwede Änderung an den Einstellungen aktiv von einer Person bestätigt bzw. genehmigt wird. Bei älteren Anlagen kann dies ohnehin auch nur durch eine Person bewirkt werden, die physisch an der Anlagenzentrale im Gebäude anwesend ist und an dieser die entsprechenden Bedienbefehle ausführt.

Das bedeutet in der Praxis: ohne Zustimmung des berechtigten Inhabers oder Betreibers der Alarmanlage lässt sich keine Einstellung an der Alarmzentrale ändern, also auch kein elektronischer Zugang schaffen. Wenn diese Person oder ihre Wohnung also überwacht werden soll, müsste sie zustimmen.

Der BHE sieht die Schwierigkeiten, die sich für Polizeibehörden angesichts effektiver technischer Sicherungsmaßnahmen im Einzelfall auftun können. Zur Beseitigung dieser bislang nur in äußerst seltenen Fällen auftretenden Probleme künftig bei allen Alarmanlagen ein Scheunentor für Dritte zu öffnen, die erlauben würden, solche Anlagen über das Internet anzugreifen und gezielt außer Betrieb zu setzen, würde das Kind mit dem Bade ausschütten, weil es jegliche solcher Sicherungsmaßnahmen bereits im Ansatz konterkarieren würde. Ob ein solches Ergebnis eine gerechtfertigte und deshalb in Kauf zu nehmende Konsequenz sein kann oder darf, um in nur einer Handvoll Fälle den Ermittlungsbehörden unbemerkten Zugang zur Wohnung von potentiellen Straftätern zu verschaffen, erscheint äußerst zweifelhaft.

Die Bürger bei der Sicherung ihrer Wohnungen auch durch Förderung der Anschaffung von Sicherungstechnik zu unterstützen, ist den Innenministern und vor allem dem Bundesinnenministerium wichtig, wie frühere IMK-Beschlüsse und die KfW-Fördermaßnahmen für Einbruchschutz zeigen. Dazu passt der jetzige Vorstoß grundsätzlich nicht. Er erschüttert die Glaubwürdigkeit der Innenpolitik von Bund und Ländern. Dieser Auffassung schließe ich ich voll inhaltlich an. an.

Neue VdS-Video-Richtlinien

Die Zahl der durch optisch-elektronische Einrichtungen geschützten Orte nimmt immer weiter zu. Auch die Abgeordneten des Bundestages haben einer Ausweitung von Videoüberwachungsanlagen (VÜA) zugestimmt. Die Regierung erhofft sich davon eine Stärkung des Sicherheitsniveaus in Deutschland. Die Polizei unterstützt den Einsatz von VÜA ebenfalls, weil die Systeme dank schneller Alarmverifizierung eine effektive Intervention ermöglichen. Die zahlreichen Wünsche des privaten wie gewerblichen Marktes nach mehr Kameraüberwachung führen zu einer enormen Vielfalt der angebotenen Techniken – was in Kombination mit besonders schnelllebigen Produktzyklen die komplexen Projektierungen und Installationen durch VÜA-Errichter deutlich erschwert. Deshalb nutzen diese Experten zur Vereinfachung und Absicherung ihrer wichtigen Leistungen bevorzugt die VdS-Richtlinien 2366, „Planung und Einbau von Videoüberwachungsanlagen“, die u.a. durch konkrete Handlungsleitfäden ein wichtiges Hilfsmittel darstellen.

Der Kernfokus der VdS 2366 liegt weiter auf der bewährten schutzzielorientierten Herangehensweise. Angepasst wurde u.a. das Testbild zur einfachen Prüfung der gewünschten Auflösung. Infos unter: http://www.vds.de

BU 2366: VdS-Richtlinie 2366, „Planung und Einbau von Videoüberwachungsanlagen“, wurde aktualisiert.

Wir gratulieren Dr. Harald Olschok

GIT SICHERHEIT gratuliert Dr. Harald Olschok zu 25 Dienstjahren beim BDSW. Als er am 1. Dezember 1992 seine Arbeitsstelle beim BDWS (Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen) und der BDGW (Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Werttransportunternehmen) antrat, hatte die Branche 66.000 Beschäftigte in 1.000 Unternehmen mit insgesamt 1,7 Milliarden Euro Jahresumsatz. Vieles hat sich in seinen 25 „Dienstjahren“ in der Sicherheitswirtschaft verändert – nicht nur die Zahlen. „Harald Olschok war an vielen Erfolgen und Errungenschaften der Verbände BDSW und BDGW maßgeblich beteiligt und hat die Mitgliedsunternehmen engagiert begleitet“, so BDSW Präsident Gregor Lehnert.

Heute ist die private Sicherheit auch laut der Innenministerkonferenz ein anerkannter Bestandteil der Sicherheitsarchitektur in Deutschland. Über 255.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in fast 10.000 Sicherheitsunternehmen tätig. Sie kontrollieren an den Flughäfen, sichern die Bargeldversorgung, schützen Fußballspiele und Open-Air-Konzerte, militärische Liegenschaften und Flüchtlingsunterkünfte, den öffentlichen Personenverkehr, haben die Anerkennung als Werkfeuerwehrleute und sind nach wie vor im „Brot und Butter-Geschäft“, den Revierkontrolldiensten sowie im Objekt- und Werkschutz tätig. Dr. Olschok war an vielen Entwicklungen der Branche aktiv beteiligt. So wurde 1996 das Unterrichtungsverfahren eingeführt. Engagiert begleitete Dr. Harald Olschok in den darauf folgenden Jahren eine beispiellose Qualitätsoffensive der Branche. Ab 2002 wurde die Sachkundeprüfung für konfliktgeneigte Tätigkeiten, die Fachkraft für Schutz und Sicherheit und die DIN 77200 „Anforderungen an Sicherungsdienstleistungen“ eingeführt.

Auch die Einführung der beiden Ausbildungsberufe der Branche hat Dr. Olschok engagiert begleitet. Mittlerweile haben 10.000 junge Menschen ihre Ausbildung in den beiden Ausbildungsberufen erfolgreich erlernt. Die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft als Qualifizierung für Quereinsteiger und die Meisterausbildung wurden überarbeitet. An mehreren Polizeihochschulen werden Bachelor- und Masterstudiengänge für das Sicherheitsmanagement angeboten.

BU: Dr. Harald Olschok

Ein Europa ohne Bargeld?

„Ohne die Wertdienstleister ist ein funktionierender Bargeldkreislauf in Deutschland nicht möglich. Täglich transportieren und bearbeiten die 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 3 Milliarden Euro“, das sagte der Vorsitzende der BDGW, Michael Mewes, beim ersten Tag des Bargeldes seines Verbandes in Berlin.

Bargeld sei noch immer das kostengünstigste und effizienteste Zahlungsmittel. Es sei an über 60.000 Geldausgabeautomaten Tag und Nacht für die Konsumenten verfügbar und sichere deren Anonymität bei Bezahlvorgängen. Mewes lehnte die Einführung von Bargeldobergrenzen oder die Abschaffung der 500-Euro-Banknote ab. Darüber werde aber nicht mehr auf nationaler, sondern auf europäischer Ebene entschieden. „Wir unterstützen die Vorschläge der europäischen Kreditwirtschaft für eine weitere Effizienzsteigerung des Bargeldkreislaufes und zur Reduzierung der Kosten des Bargeldmanagements. Dies darf aber nicht dazu führen, dass das Umlaufvolumen des Bargeldes einseitig reduziert oder dass gar die Verfügbarkeit von Bargeld eingeschränkt wird“, so der BDGW Vorsitzende Michael Mewes.

Wichtig sei es aber, sich mit künftigen Bezahlverfahren intensiv auseinanderzusetzen. Zahlen die Deutschen weiterhin bar oder bald nur noch mit alternativen Zahlungsmitteln? Die BDGW griff die immer zahlreicher werdenden Diskussionen und Veröffentlichungen zum Thema Bargeld in Deutschland auf und sprach mit Experten – auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion – über das „Geld der Zukunft“.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass Bargeld auch weiterhin ein wichtiges Zahlungsverkehrsmittel in Deutschland bleibt. Wir stellen uns einem fairen Wettbewerb zu anderen elektronischen Zahlverfahren“, so Mewes. Entscheidend sei, dass der Konsument auch weiterhin über die Art und Weise, wie er Waren und Dienstleistungen bezahlt, selbst entscheiden könne, so Mewes abschließend.