Modernste Technologie für den Schlüsselbund

In einem aktuellen Beitrag im Versicherungsmagazin mit dem Titel „Elektronische Schließsysteme: Gefahr für Versicherungsschutz“ warnt ein Versicherungsberater aus Mönchengladbach davor, dass Unternehmen in aller Regel eine Pflichtverletzung bei einem nachträglichen Einbau einer elektronischen Schließanlage begehen würden. Grund sei die höhere Manipulierbarkeit von elektronischen Schließanlagen im Vergleich zu mechanischen Anlagen. Darum könnten Entschädigungsleistungen im Schadensfall stark gekürzt werden.

„Ich bin sehr erstaunt über diese Aussage, die technologisch nicht belegbar ist“, erklärt Eugen Krampetz, Partner und Fachplaner für Zutrittssysteme bei der dP elektronik GmbH, einem führenden Anbieter für Zutrittskontrolle. „In dem Beitrag zieht der Autor einen Vergleich zu einer Studie aus Juni 2018 des Automobilclubs ADAC, wonach die Signale von elektronischen Schlüsseln durch Kriminelle abgefangen und manipuliert werden könnten. Es stellt sich an dieser Stelle die Frage, inwiefern elektronische Schließsysteme in Gebäuden mit den Schließsystemen im Automobilbereich verglichen werden können“, ergänzt er.

Schlüssellose Schließsysteme in PKWs arbeiten in technischer Hinsicht anders als moderne Schließsysteme in Gebäuden. Die verwendete Technologie im Automobilbereich bietet durchaus erhebliche Sicherheitsrisiken: In aktuellen PKWs erfolgt die schlüssellose Öffnung durch eine Kombination aus Funksendern auf 433MHz und 868Mhz sowie einem im Fahrzeugschlüssel integrierten Transponder auf 125kHz Basis. 125kHz Transponder bieten keine Verschlüsselung auf der Luftschnittstelle. Kritisch ist der Zeitraum, in welchem die Signale zwischen Transponder und Codiereinheit unverschlüsselt ausgetauscht werden. Diese Schwachstelle kann daher für Angriffe eines Täters ausgenutzt werden.

Auch moderne elektronische Schließsysteme in Gebäuden arbeiten mit Transpondern in Form von Karten oder Anhängern. Im Gegensatz zum Automobilbereich werden die Signale auf einer Frequenz von 13,561 MHz zwischen dem Transponder des Mitarbeiters und der Leseeinheit des Schließsystems übertragen. Fachunternehmen achten bei der Einrichtung der Anlagen darauf, dass auch die Übertragung auf der Luftschnittstelle mit einer symmetrischen AES-128 Verschlüsselung (Advanced Encryption Standard) erfolgt.

Elektronische Schließsysteme für Gebäude manipulationssicher

Um die Verschlüsselung moderner Transponder in Gebäudeschließsystemen in einem Angriff zu knacken sind bei AES-128 insgesamt 2126,1 Schritte erforderlich: das sind 85.070.591.730.234.615.865.843.651.857.942.052.864 Schritte. Ein Angriff auf ein modernes elektronisches Schließsystem ist im Gegensatz zu Keyless Systemen in Fahrzeugen nach heutigen Erkenntnissen praktisch ausgeschlossen.

Deutlicher Vorteil eines elektronischen Schließsystems ist darüber hinaus die hohe Flexibilität: Über eine zentralisierte Software-Oberfläche können alle miteinander vernetzten Türen am PC gesteuert werden. Der Systembetreiber und ausgewählte Berechtigte können jederzeit entscheiden wer, wann, wo und wie lange durch Ihre Türen gehen darf. Geöffnet werden die Türen mit einem Transponder, der vor den Leser gehalten wird. Sollte dieser verloren gehen, können dem Transponder alle Zutrittsrechte per Knopfdruck entzogen werden. So sind die Türen sicher vor unbefugtem Zutritt. Anschließend kann ein neuer Chip ausgehändigt werden. Hierzu erhalten die vernetzten Türen durch die Software die erforderlichen Zutrittsberechtigungen. Mit wenig Aufwand und sehr schnell kann der verlorene Chip ausgetauscht werden – ganz ohne einen kostenintensiven Schließanlagenwechsel.

Weiterhin kann in einem elektronischen System auch eine elektronische Verschlussüberwachung der Türen erfolgen. Der integrierte Rückmeldekontakt informiert zuverlässig ob Türen geöffnet oder verriegelt sind. Die in dem Beitrag im Versicherungsmagazin erwähnte nicht abgeschlossene Tür würde in diesem Fall an das System gemeldet werden, so dass sie umgehend durch einen Mitarbeiter verschlossen werden kann. Die Zeitdauer der ungewünschten Öffnung bleibt im System gespeichert.

„Moderne Schließanlagen bieten höchste Sicherheit, hohe Flexibilität und Komfort für die Anwender“, fasst Krampetz zusammen. „Die Digitalisierung ist in unserem Alltag weit vorangeschritten und der Einsatz neuester Technologie lohnt sich auch beim Schlüsselbund.“ Infos unter: C.Maxin@dp-elektronik.de

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