Jerofskys Sicherheitsforum – Beiträge jetzt in GIT-SICHERHEIT.de

Der Blog macht Pause: Kriminalrat a. D. Heiner Jerofsky, gleichzeitig Wissenschaftlicher Schriftleiter des Fachmagazins GIT SICHERHEIT, zieht sich krankheitsbedingt für einige Zeit aus dem Tagesgeschäft zurück. Heiner Jerofsky steht der Redaktion weiterhin beratend und unterstützend zur Seite – die Themen und Nachrichten dieses Blogs werden ab sofort in den Beiträgen auf dem Portal GIT-SICHERHEIT.de veröffentlicht.

Das Team der GIT SICHERHEIT dankt Heiner Jerofsky – und freut sich auf seine Rückkehr ins Tagesgeschäft.

HEINER FÜR ALLE – ALLE FÜR HEINER!

 

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Modernste Technologie für den Schlüsselbund

In einem aktuellen Beitrag im Versicherungsmagazin mit dem Titel „Elektronische Schließsysteme: Gefahr für Versicherungsschutz“ warnt ein Versicherungsberater aus Mönchengladbach davor, dass Unternehmen in aller Regel eine Pflichtverletzung bei einem nachträglichen Einbau einer elektronischen Schließanlage begehen würden. Grund sei die höhere Manipulierbarkeit von elektronischen Schließanlagen im Vergleich zu mechanischen Anlagen. Darum könnten Entschädigungsleistungen im Schadensfall stark gekürzt werden.

„Ich bin sehr erstaunt über diese Aussage, die technologisch nicht belegbar ist“, erklärt Eugen Krampetz, Partner und Fachplaner für Zutrittssysteme bei der dP elektronik GmbH, einem führenden Anbieter für Zutrittskontrolle. „In dem Beitrag zieht der Autor einen Vergleich zu einer Studie aus Juni 2018 des Automobilclubs ADAC, wonach die Signale von elektronischen Schlüsseln durch Kriminelle abgefangen und manipuliert werden könnten. Es stellt sich an dieser Stelle die Frage, inwiefern elektronische Schließsysteme in Gebäuden mit den Schließsystemen im Automobilbereich verglichen werden können“, ergänzt er.

Schlüssellose Schließsysteme in PKWs arbeiten in technischer Hinsicht anders als moderne Schließsysteme in Gebäuden. Die verwendete Technologie im Automobilbereich bietet durchaus erhebliche Sicherheitsrisiken: In aktuellen PKWs erfolgt die schlüssellose Öffnung durch eine Kombination aus Funksendern auf 433MHz und 868Mhz sowie einem im Fahrzeugschlüssel integrierten Transponder auf 125kHz Basis. 125kHz Transponder bieten keine Verschlüsselung auf der Luftschnittstelle. Kritisch ist der Zeitraum, in welchem die Signale zwischen Transponder und Codiereinheit unverschlüsselt ausgetauscht werden. Diese Schwachstelle kann daher für Angriffe eines Täters ausgenutzt werden.

Auch moderne elektronische Schließsysteme in Gebäuden arbeiten mit Transpondern in Form von Karten oder Anhängern. Im Gegensatz zum Automobilbereich werden die Signale auf einer Frequenz von 13,561 MHz zwischen dem Transponder des Mitarbeiters und der Leseeinheit des Schließsystems übertragen. Fachunternehmen achten bei der Einrichtung der Anlagen darauf, dass auch die Übertragung auf der Luftschnittstelle mit einer symmetrischen AES-128 Verschlüsselung (Advanced Encryption Standard) erfolgt.

Elektronische Schließsysteme für Gebäude manipulationssicher

Um die Verschlüsselung moderner Transponder in Gebäudeschließsystemen in einem Angriff zu knacken sind bei AES-128 insgesamt 2126,1 Schritte erforderlich: das sind 85.070.591.730.234.615.865.843.651.857.942.052.864 Schritte. Ein Angriff auf ein modernes elektronisches Schließsystem ist im Gegensatz zu Keyless Systemen in Fahrzeugen nach heutigen Erkenntnissen praktisch ausgeschlossen.

Deutlicher Vorteil eines elektronischen Schließsystems ist darüber hinaus die hohe Flexibilität: Über eine zentralisierte Software-Oberfläche können alle miteinander vernetzten Türen am PC gesteuert werden. Der Systembetreiber und ausgewählte Berechtigte können jederzeit entscheiden wer, wann, wo und wie lange durch Ihre Türen gehen darf. Geöffnet werden die Türen mit einem Transponder, der vor den Leser gehalten wird. Sollte dieser verloren gehen, können dem Transponder alle Zutrittsrechte per Knopfdruck entzogen werden. So sind die Türen sicher vor unbefugtem Zutritt. Anschließend kann ein neuer Chip ausgehändigt werden. Hierzu erhalten die vernetzten Türen durch die Software die erforderlichen Zutrittsberechtigungen. Mit wenig Aufwand und sehr schnell kann der verlorene Chip ausgetauscht werden – ganz ohne einen kostenintensiven Schließanlagenwechsel.

Weiterhin kann in einem elektronischen System auch eine elektronische Verschlussüberwachung der Türen erfolgen. Der integrierte Rückmeldekontakt informiert zuverlässig ob Türen geöffnet oder verriegelt sind. Die in dem Beitrag im Versicherungsmagazin erwähnte nicht abgeschlossene Tür würde in diesem Fall an das System gemeldet werden, so dass sie umgehend durch einen Mitarbeiter verschlossen werden kann. Die Zeitdauer der ungewünschten Öffnung bleibt im System gespeichert.

„Moderne Schließanlagen bieten höchste Sicherheit, hohe Flexibilität und Komfort für die Anwender“, fasst Krampetz zusammen. „Die Digitalisierung ist in unserem Alltag weit vorangeschritten und der Einsatz neuester Technologie lohnt sich auch beim Schlüsselbund.“ Infos unter: C.Maxin@dp-elektronik.de

VdS: Polizei- und Versicherervorgaben zum Einbruchschutz

Im „Einbrecher-Eldorado Deutschland“ (Bund Deutscher Kriminalbeamter) kann selbst die beste Alarmanlage niemanden schützen, wenn bei Auswahl, Planung und Einbau der komplexen Systeme Fehler gemacht werden. Deswegen sind geprüfte Errichter ein entscheidender Teil des bekannten VdS-Schutz-konzeptes, auf das sich die Polizei, Versicherer und Nutzer seit Jahrzehnten verlassen.

Eine gern genutzte Arbeitserleichterung für diese Errichter bieten die als „EMA-Bibel“ bekannten Richtlinien VdS 2311 mit ihren präzisen Vorgaben zur Absicherung von Gewerberisiken. Deren Anforderungen wiederum komprimierte Europas Nr.1-Institut für Einbruchschutz in der DIN A5-Kurztabelle VdS 3459-1 – mittlerweile das am häufigsten nachgefragte VdS-Druckstück. Auf Wunsch der Branche erstellte das Institut jetzt auch eine zweite Tabelle für die Absicherung privat genutzter Gebäude. Hier werden die Schutzvorgaben der polizeilichen Beratungsstellen und der Assekuranz anhand von Versicherungssummen und Risikoeinstufungen kompakt zusammengefasst.

„Die `Kurztabelle zur privaten Absicherung´ soll die Arbeit von Errichtern, Architekten, Beratern bei Versicherern wie auch Polizei erleichtern sowie sicherheitsbewussten Bauherren, Immobilienbesitzern und Mietern wichtiges Wissen auf einen Blick bieten“, erklärt Sebastian Brose, Leiter des VdS-Produktmanagements im Geschäftsbereich Produkte und Unternehmen. „Besonderen Wert haben wir auf die Unterstützung der Verantwortlichen beim Zusammenwirken von Mechanik und Elektronik gelegt, erstmals werden die beiden wichtigen Sicherungskomponenten gemeinsam betrachtet.“

Die Kurztabellen VdS 3459-1 und 3459-2 erhalten Sie kostenlos auf vds-shop.de sowie auf allen Einbruchschutzmessen mit VdS-Beteiligung. (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstellen können per formloser Mail an verlag@vds.de bestellen.

Praxiswissen zur DSGVO

Mit der EU–Grundverordnung (DSGVO) werden die Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die Rechte der Betroffenen und die Pflichten der Verantwortlichen  EU-weit vereinheitlicht. Datenverarbeitungsanwendungen müssen an die neue Rechtslage angepasst werden. Jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet, ist grundsätzlich betroffen. Damit werden deutlich strengere Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten festgelegt.

Der Beuth Verlag hat dazu ein Pocket in der 2. Durchgesehenen Auflage herausgebracht. Der Autor, Dr. Holger Mühlbauer von TeleTrust Bundesverband IT-Sicherheit e.V., zeigt auf schnelle und übersichtliche Weise auf 110 Seiten Praxiswissen für die Umsetzung im Unternehmen. Die Ausführungen orientieren sich aus Praktikabilitätsgründen an den häufigsten Anwendungsfällen. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten umgehen. ISBN 978-3-410-28491-8, Beuth Verlag, 16.80 €, Bestell-Nr. 28491.

Sicherheitsmarkt im Aufwind

Der Gesamtumsatz im deutschen Markt für elektronische Sicherheitstechnik konnte im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg um 6,1 Prozent verzeichnen. Das ergab eine aktuelle Markterhebung des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.
„Mit einem Gesamtvolumen von 4.183 Mio. Euro haben die Sicherheitsanbieter erstmals die 4-Mrd.-Marke geknackt“, so Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE. „Ein Beleg dafür, dass das Bedürfnis nach Sicherheit stetig zunimmt und die unterschiedlichen Systeme über alle Branchen und Anwendergruppen hinweg an Bedeutung gewinnen.“

Sehr deutlich fiel der Zuwachs bei den lebensrettenden Sicherheitstechniken Brandmeldeanlagen (+ 8,0 Prozent auf 1.950 Mio. Euro) sowie Sprachalarmsysteme (+ 6,0 Prozent auf 106 Mio. Euro) aus.
Auch die Zutrittssteuerung (+ 7,2 Prozent auf 329 Mio. Euro) sowie die Videosicherheitstechnik (+ 5,7 Prozent auf 540 Mio. Euro) konnten ein besonders großes Plus erzielen. Das verstärkte Interesse an diesen Systemen kommt nicht von ungefähr. Sie schützen Areale, Gebäude oder Räume vor unberechtigtem Zutritt und überwachen sensible Bereich. Somit sind sie für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche geeignet: Privathäuser, Gewerbe, Industrie, Behörden aber auch zum Schutz öffentlicher Plätze und Einrichtungen.

Für das Wachstum in der Einbruchmeldetechnik (+ 3,8 Prozent auf 830 Mio. Euro) sind vor allem zwei Faktoren ursächlich: Zum einen die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen und das damit verbundene Gefühl vieler Bürger, in den eigenen vier Wänden nicht sicher zu sein. Zum anderen hat die KfW-Förderung für einen Aufschwung im Markt gesorgt.

Positiv entwickelten sich auch die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und sonstigen Systeme (Fluchttürsysteme, Rufanlagen, Personenhilferuf u.ä.) (+ 1,9 Prozent auf 428 Mio. Euro).

BDSW Techniktagung 2018 – Techniktrends und Optimierung

In diesem Jahr stand die Techniktagung des BDSW unter dem Motto „Techniktrends und Optimierung“. Erstmal fand die zweitägige Fachkonferenz unter der Leitung des neuen Vorsitzenden des Fachausschusses Technik, Stefan Rauschen, statt. „Wir haben in diesem Jahr wieder sehr interessante Einblicke in die neustesten Entwicklungen bekommen. Zudem konnten wir einen Ausblick auf das, was uns im Bereich der Sicherheitstechnik und dem Umgang damit erwartet, erhalten“, so Stefan Rauschen.


Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden, Holger Kierstein, eröffnete Rauschen die Veranstaltung mit Fachvorträgen aus unterschiedlichen Themenwechseln. Neben den vorgestellten technischen Entwicklungen, wie Sicherheitsnebel, eine Sicherheits-App, Universalschnittstellen, Drohnen und mobile Freilandüberwachung sowie dem Modell der europäischen Alarmempfangsstelle wurden auch die damit verbundenen Veränderungen – bis hin zur integrierten Sicherheit als ganzheitliches Konzept aus einer Hand- vorgestellt. Auch unterschiedliche Aspekte der Schadensverhütung und Prozessoptimierung wurden erläutert.

Dr. Udo Niehage neuer CEO des VDE-Instituts

Dr.-Ing., Dipl.-Kfm.
Division CEO Power Transmission, Energy Sector, Siemens AG

Dr.-Ing. Udo Niehage ist seit dem 1. April 2018 CEO der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts GmbH. Gleichzeitig übernimmt er die Gesellschafterfunktion für die Tochtergesellschaften des VDE-Instituts. Niehage blickt auf eine lange Karriere bei Siemens und ABB zurück. 2003 stieg er bei der Siemens AG als Vorsitzender des Bereichsvorstands Power Transmission and Distribution auf. Fünf Jahre später leitete er als CEO die Power Transmission Division bei der Siemens AG im Bereich Energy Sector in Erlangen. Seit 2012 führte Niehage, nun Leiter Government Affairs Deutschland und Konzernbeauftragter für die Energiewende in Berlin, für die Siemens AG den Dialog mit der Bundesregierung über die Energiepolitik mit den Themenschwerpunkten Neues Marktdesign, Netzausbau, Energieeffizienz und Energieforschung. In dieser Zeit fällt auch Dr. Udo Niehages Engagement beim VDE: Von 2010 bis 2017 unterstützte er als Präsidiumsmitglied den Vorstand des Technologieverbandes, der im Bereich Science mit zahlreichen Studien und Kongressen, im Bereich Standards mit Normen und Anwendungsregeln und im Bereich Testing mit Prüfungen und Zertifizierungen ein wichtiger und weltweit anerkannter Partner der elektrotechnischen Industrie ist. Niehage promovierte in der Elektro- und Informationstechnik an der RWTH Aachen und schloss parallel das Studium der Betriebswirtschaftslehre als Diplom-Kaufmann ab.
Als CEO der vom VDE getragenen VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH steht Niehage künftig an der Spitze eines weltweit anerkannten Instituts für Prüfung und Zertifizierung elektrotechnischer Geräte, Komponenten und Systeme. Weitere Schwerpunkte sind Prüfungen und Zertifizierungen in den Anwendungsbereichen der Digitalisierung inklusive Internet of Things, Smart Living und Renewables. Weiterer Geschäftsführer des VDE-Instituts in Offenbach ist Wolfgang Niedziella, der diese Position seit 2011 bekleidet. Von 2012 bis 2015 verantwortete Niedziella zusätzlich als Geschäftsführer die VDE Global Services GmbH.