Jerofskys Sicherheitsforum – Beiträge jetzt in GIT-SICHERHEIT.de

Der Blog macht Pause: Kriminalrat a. D. Heiner Jerofsky, gleichzeitig Wissenschaftlicher Schriftleiter des Fachmagazins GIT SICHERHEIT, zieht sich krankheitsbedingt für einige Zeit aus dem Tagesgeschäft zurück. Heiner Jerofsky steht der Redaktion weiterhin beratend und unterstützend zur Seite – die Themen und Nachrichten dieses Blogs werden ab sofort in den Beiträgen auf dem Portal GIT-SICHERHEIT.de veröffentlicht.

Das Team der GIT SICHERHEIT dankt Heiner Jerofsky – und freut sich auf seine Rückkehr ins Tagesgeschäft.

HEINER FÜR ALLE – ALLE FÜR HEINER!

 

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Erste VdS-Anerkennung für Störungsleitstellen

Die Deutsche Bahn befördert rund 8 Millionen Menschen pro Tag. // Ein Element für diese logistische Herausforderung sind die Notruf- und Serviceleitstellen (NSL), die Störungs- und Gefahrenmeldungen koordinieren. Die NSL der DB Kommunikationstechnik wurde jetzt durch eine VdS-Anerkennung ausgezeichnet. 33.300 Streckenkilometer, 5.700 Bahnhöfe, 300.000 Besucher jeden Tag allein im Berliner Hauptbahnhof – es gibt bestimmt leichtere Aufgaben, als die Anlagenverfügbarkeit der Deutschen Bahn sicherzustellen.

Entscheidend ist, dass Alarme und Störungsmeldungen so schnell wie verlässlich bearbeitet und zur Behebung an Einsatzkräfte und bereitstehende Servicetechniker übermittelt werden. Dies leisten die Experten der Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) der DB Kommunikationstechnik GmbH. Sie disponieren u.a. Meldungen von Schließsystemen, Gefahrenmeldeanlagen und Fahrausweisautomaten sowie anderen technischen Anlagen innerhalb und außerhalb der Deutschen Bahn. Als erste NSL eines Verkehrsgroßkonzerns wurde die Berliner Leitstelle nun VdS-anerkannt.

„Wir stellen hohe Anforderungen an unsere NSL und sind daher optimal aufgestellt“, betonte Martin Kaloudis, Geschäftsführer Operations der DB Kommunikationstechnik GmbH, bei der Übergabe des Zertifikats in Berlin. „Die VdS-Anerkennung ist für uns ein wichtiges Qualitätssiegel. Sie wird unser Verhältnis zu unseren Kunden innerhalb des DB-Konzerns weiter stärken und uns vor allem auch am DB-externen Markt gut positionieren. Wir freuen uns, dass unsere besondere Leistungsfähigkeit jetzt offiziell durch Europas Nr. 1 für Unternehmenssicherheit belegt wurde.“

Thomas Urban, Geschäftsführer von VdS, gratulierte bei der Übergabe: „Herzlichen Glückwunsch an die Berliner Leitstelle der DB Kommunikationstechnik zum klaren Nachweis ihrer Verlässlichkeit im Störungsmanagement. Die Experten zeigten ihr sicheres Können im Koordinieren der Einbruch- und Vandalismus-Abwehr sowie der Brandbekämpfung – auch in einer Redundanz-Leitstelle in der Nähe, von wo aus z.B. im Fall einer vollständigen Evakuierung die Arbeiten innerhalb kürzester Zeit nahtlos fortgeführt werden können. Nachgewiesen durch einen VdS-Stresstest in der Praxis.“

Modernste Technologie für den Schlüsselbund

In einem aktuellen Beitrag im Versicherungsmagazin mit dem Titel „Elektronische Schließsysteme: Gefahr für Versicherungsschutz“ warnt ein Versicherungsberater aus Mönchengladbach davor, dass Unternehmen in aller Regel eine Pflichtverletzung bei einem nachträglichen Einbau einer elektronischen Schließanlage begehen würden. Grund sei die höhere Manipulierbarkeit von elektronischen Schließanlagen im Vergleich zu mechanischen Anlagen. Darum könnten Entschädigungsleistungen im Schadensfall stark gekürzt werden.

„Ich bin sehr erstaunt über diese Aussage, die technologisch nicht belegbar ist“, erklärt Eugen Krampetz, Partner und Fachplaner für Zutrittssysteme bei der dP elektronik GmbH, einem führenden Anbieter für Zutrittskontrolle. „In dem Beitrag zieht der Autor einen Vergleich zu einer Studie aus Juni 2018 des Automobilclubs ADAC, wonach die Signale von elektronischen Schlüsseln durch Kriminelle abgefangen und manipuliert werden könnten. Es stellt sich an dieser Stelle die Frage, inwiefern elektronische Schließsysteme in Gebäuden mit den Schließsystemen im Automobilbereich verglichen werden können“, ergänzt er.

Schlüssellose Schließsysteme in PKWs arbeiten in technischer Hinsicht anders als moderne Schließsysteme in Gebäuden. Die verwendete Technologie im Automobilbereich bietet durchaus erhebliche Sicherheitsrisiken: In aktuellen PKWs erfolgt die schlüssellose Öffnung durch eine Kombination aus Funksendern auf 433MHz und 868Mhz sowie einem im Fahrzeugschlüssel integrierten Transponder auf 125kHz Basis. 125kHz Transponder bieten keine Verschlüsselung auf der Luftschnittstelle. Kritisch ist der Zeitraum, in welchem die Signale zwischen Transponder und Codiereinheit unverschlüsselt ausgetauscht werden. Diese Schwachstelle kann daher für Angriffe eines Täters ausgenutzt werden.

Auch moderne elektronische Schließsysteme in Gebäuden arbeiten mit Transpondern in Form von Karten oder Anhängern. Im Gegensatz zum Automobilbereich werden die Signale auf einer Frequenz von 13,561 MHz zwischen dem Transponder des Mitarbeiters und der Leseeinheit des Schließsystems übertragen. Fachunternehmen achten bei der Einrichtung der Anlagen darauf, dass auch die Übertragung auf der Luftschnittstelle mit einer symmetrischen AES-128 Verschlüsselung (Advanced Encryption Standard) erfolgt.

Elektronische Schließsysteme für Gebäude manipulationssicher

Um die Verschlüsselung moderner Transponder in Gebäudeschließsystemen in einem Angriff zu knacken sind bei AES-128 insgesamt 2126,1 Schritte erforderlich: das sind 85.070.591.730.234.615.865.843.651.857.942.052.864 Schritte. Ein Angriff auf ein modernes elektronisches Schließsystem ist im Gegensatz zu Keyless Systemen in Fahrzeugen nach heutigen Erkenntnissen praktisch ausgeschlossen.

Deutlicher Vorteil eines elektronischen Schließsystems ist darüber hinaus die hohe Flexibilität: Über eine zentralisierte Software-Oberfläche können alle miteinander vernetzten Türen am PC gesteuert werden. Der Systembetreiber und ausgewählte Berechtigte können jederzeit entscheiden wer, wann, wo und wie lange durch Ihre Türen gehen darf. Geöffnet werden die Türen mit einem Transponder, der vor den Leser gehalten wird. Sollte dieser verloren gehen, können dem Transponder alle Zutrittsrechte per Knopfdruck entzogen werden. So sind die Türen sicher vor unbefugtem Zutritt. Anschließend kann ein neuer Chip ausgehändigt werden. Hierzu erhalten die vernetzten Türen durch die Software die erforderlichen Zutrittsberechtigungen. Mit wenig Aufwand und sehr schnell kann der verlorene Chip ausgetauscht werden – ganz ohne einen kostenintensiven Schließanlagenwechsel.

Weiterhin kann in einem elektronischen System auch eine elektronische Verschlussüberwachung der Türen erfolgen. Der integrierte Rückmeldekontakt informiert zuverlässig ob Türen geöffnet oder verriegelt sind. Die in dem Beitrag im Versicherungsmagazin erwähnte nicht abgeschlossene Tür würde in diesem Fall an das System gemeldet werden, so dass sie umgehend durch einen Mitarbeiter verschlossen werden kann. Die Zeitdauer der ungewünschten Öffnung bleibt im System gespeichert.

„Moderne Schließanlagen bieten höchste Sicherheit, hohe Flexibilität und Komfort für die Anwender“, fasst Krampetz zusammen. „Die Digitalisierung ist in unserem Alltag weit vorangeschritten und der Einsatz neuester Technologie lohnt sich auch beim Schlüsselbund.“ Infos unter: C.Maxin@dp-elektronik.de

Kritis Zusammenarbeit zwischen Berlin und BSI

Einen engeren Austausch und eine verstärkte Zusammenarbeit in Fragen der Cyber-Sicherheit, insbesondere zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (Kritis), haben das Land Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschlossen. Dazu unterzeichneten der Berliner Innensenator Andreas Geisel und BSI-Präsident Arne Schönbohm in Berlin eine entsprechende Absichtserklärung. „Im Bereich der Cyber-Sicherheit ist Deutschland in den letzten Jahren ein gutes Stück vorangekommen. Wir haben wichtige Maßnahmen auf legislativer und operativer Ebene umgesetzt, um speziell die Kritischen Infrastrukturen besser zu schützen. Bislang gab es in Deutschland keine IT-Sicherheitsvorfälle, die eine Versorgung der Bevölkerung gefährdet hätten.“

Praxiswissen zur DSGVO

Mit der EU–Grundverordnung (DSGVO) werden die Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die Rechte der Betroffenen und die Pflichten der Verantwortlichen  EU-weit vereinheitlicht. Datenverarbeitungsanwendungen müssen an die neue Rechtslage angepasst werden. Jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet, ist grundsätzlich betroffen. Damit werden deutlich strengere Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten festgelegt.

Der Beuth Verlag hat dazu ein Pocket in der 2. Durchgesehenen Auflage herausgebracht. Der Autor, Dr. Holger Mühlbauer von TeleTrust Bundesverband IT-Sicherheit e.V., zeigt auf schnelle und übersichtliche Weise auf 110 Seiten Praxiswissen für die Umsetzung im Unternehmen. Die Ausführungen orientieren sich aus Praktikabilitätsgründen an den häufigsten Anwendungsfällen. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten umgehen. ISBN 978-3-410-28491-8, Beuth Verlag, 16.80 €, Bestell-Nr. 28491.

Sicherheitsmarkt im Aufwind

Der Gesamtumsatz im deutschen Markt für elektronische Sicherheitstechnik konnte im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg um 6,1 Prozent verzeichnen. Das ergab eine aktuelle Markterhebung des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.
„Mit einem Gesamtvolumen von 4.183 Mio. Euro haben die Sicherheitsanbieter erstmals die 4-Mrd.-Marke geknackt“, so Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE. „Ein Beleg dafür, dass das Bedürfnis nach Sicherheit stetig zunimmt und die unterschiedlichen Systeme über alle Branchen und Anwendergruppen hinweg an Bedeutung gewinnen.“

Sehr deutlich fiel der Zuwachs bei den lebensrettenden Sicherheitstechniken Brandmeldeanlagen (+ 8,0 Prozent auf 1.950 Mio. Euro) sowie Sprachalarmsysteme (+ 6,0 Prozent auf 106 Mio. Euro) aus.
Auch die Zutrittssteuerung (+ 7,2 Prozent auf 329 Mio. Euro) sowie die Videosicherheitstechnik (+ 5,7 Prozent auf 540 Mio. Euro) konnten ein besonders großes Plus erzielen. Das verstärkte Interesse an diesen Systemen kommt nicht von ungefähr. Sie schützen Areale, Gebäude oder Räume vor unberechtigtem Zutritt und überwachen sensible Bereich. Somit sind sie für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche geeignet: Privathäuser, Gewerbe, Industrie, Behörden aber auch zum Schutz öffentlicher Plätze und Einrichtungen.

Für das Wachstum in der Einbruchmeldetechnik (+ 3,8 Prozent auf 830 Mio. Euro) sind vor allem zwei Faktoren ursächlich: Zum einen die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen und das damit verbundene Gefühl vieler Bürger, in den eigenen vier Wänden nicht sicher zu sein. Zum anderen hat die KfW-Förderung für einen Aufschwung im Markt gesorgt.

Positiv entwickelten sich auch die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und sonstigen Systeme (Fluchttürsysteme, Rufanlagen, Personenhilferuf u.ä.) (+ 1,9 Prozent auf 428 Mio. Euro).

BDSW Techniktagung 2018 – Techniktrends und Optimierung

In diesem Jahr stand die Techniktagung des BDSW unter dem Motto „Techniktrends und Optimierung“. Erstmal fand die zweitägige Fachkonferenz unter der Leitung des neuen Vorsitzenden des Fachausschusses Technik, Stefan Rauschen, statt. „Wir haben in diesem Jahr wieder sehr interessante Einblicke in die neustesten Entwicklungen bekommen. Zudem konnten wir einen Ausblick auf das, was uns im Bereich der Sicherheitstechnik und dem Umgang damit erwartet, erhalten“, so Stefan Rauschen.


Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden, Holger Kierstein, eröffnete Rauschen die Veranstaltung mit Fachvorträgen aus unterschiedlichen Themenwechseln. Neben den vorgestellten technischen Entwicklungen, wie Sicherheitsnebel, eine Sicherheits-App, Universalschnittstellen, Drohnen und mobile Freilandüberwachung sowie dem Modell der europäischen Alarmempfangsstelle wurden auch die damit verbundenen Veränderungen – bis hin zur integrierten Sicherheit als ganzheitliches Konzept aus einer Hand- vorgestellt. Auch unterschiedliche Aspekte der Schadensverhütung und Prozessoptimierung wurden erläutert.